Kalabrien – Italiens Stiefelspitze

Wie oft war ich wohl schon in Italien? Das habe ich mich gefragt. Unzählige Male würde ich mal behaupten!

Das allererste Mal Urlaub 1967 und dann gleich in Italien mit meiner Tante, meinem Onkel und meiner Cousine mit einem großen Hauszelt mit Küchenzelt auf dem Campingplatz Lido di Jesolo. So fing das damals an mit der Liebe für Italien.  Das war für uns alle einfach ein tolles Erlebnis, im Meer zu schwimmen, Ausflüge nach Venedig und einer Gondelfahrt (damals tatsächlich noch einigermaßen erschwinglich) . So etwas vergisst man nie im Leben und wenn man 100 Jahre alt wird.  So weit ist es noch nicht, also noch genug Zeit für weitere Italienreisen. Sogar die Fotos habe ich noch in einem alten Fotoalbum. Am Sandstrand in Italien im Bikini. Ja, das war noch was damals.

Es folgten viele, viele Urlaube im Sommer, Roadtrips mit dem Auto, später Touren auf der Vespa bis nach Umbrien und in die Marken. Skiurlaube in bekannten Wintersportorten in den Dolomiten oder in Südtirol. Ferien mit den Kindern in Caorle und Bibione. Ein wunderschöner, unvergesslicher Wanderurlaub in Ligurien, Fahrten in die Toscana, eine Woche Rom,  2015 eine Woche Sizilien als Geburtstagsreise.

Aber jetzt im September 2022 flogen wir  für eine Woche an die Stiefelspitze Italiens nach Kalabrien.  Von uns (Stuttgart) aus tatsächlich nur etwas mehr als zwei Flugstunden entfernt mit Zielflughafen Lamezia Terme. 

Auf dem Rückflug schlummerte ich so ein wenig vor mich hin und als ich aufwachte und aus dem Fenster blickte, lag doch tatsächlich Venedig unter mir und das musste ich natürlich sofort mit dem Smartphone festhalten.  So einen Blick erhascht man schließlich nicht alle Tage.

Übrigens hatte ich keine Kamera dabei, sondern habe alle Fotos mit meinem Smartphone gemacht. Ich finde, sie sind sehr gut geworden. 

Flug mit Eurowings und wir hatten Glück, denn wir flogen pünktlich, der Service war vollkommen in Ordnung und auch die Wartezeiten beim Einchequen waren sehr okay.

Von Lamezia Terme mit einem Mietwagen, den wir schon von hier aus gebucht hatten, weiter in unser Resort bei  Zambrone, ca. 4 km entfernt von Tropea.  Was wir nicht wussten, von der Straße oberhalb ging es in zwei sehr steilen Kurven hinab zu unserem Hotel, direkt am Meer gelegen, der schönen „Costa degli Dei“.   Ja,  traumhaft schön diese Strände.  Man könnte wirklich sagen: Göttlich!  Einziger Wehmutstropfen, kein feiner Sandstrand, sondern Kiesel, dafür aber glasklares, türkisfarbenes Wasser.  Untergebracht waren wir in einem Bungalow mit einem mehr als großzügigem Zimmer mit Kingsize-Bett.  Da wir unsere Reise über ein Schnäppchen-Reiseportal gebucht hatten, wussten wir nicht, was uns wirklich erwartet, aber wir waren sehr positiv überrascht. Wir würden dort wieder buchen!

Was wir allerdings nicht erwartet haben, dass es so unsäglich heiß sein würde vor Ort.  Um die 35 Grad und eine Luftfeuchtigkeit wie in einer Waschküche.  Ein Glück, dass wir eine sehr gute Klimaanlage im Zimmer hatten, so dass ein erholsamer Schlaf möglich war. Ausflüge mit dem Auto in die nähere Umgebung waren von uns schon vorab geplant, dass wir aber so schwitzen würden bei unseren Aktivitäten, fanden wir jetzt nicht so amüsant. Auf jeden Fall wollen wir folgende Orte besuchen:

  • Tropea – das „schönste Dorf Italiens“ – so steht es jedenfalls irgendwo geschrieben, aber besonders schön ist die malerische und gut erhaltene Altstadt mit ihrer berühmten Kathedrale, der Santa Maria dell’Isola. Auch die Strände von Tropea sind wunderschön und äußerst beliebt bei Touristen und Einheimischen. 
Blick auf Tropea, den schönen Stadtstrand und Santa Maria dell’Isola im Hintergrund und unten noch einmal schön von Trropeas Altstadt aus zu sehen.

Wer hier wohnt, hat einen traumhaften Blick auf das Meer und die Küste der Götter

Schöne Gassen in Tropeas Altstadt

  • Capo Vaticano – eine traumhaft schöne Badebucht und Anziehungspunkt für Sonnenhungrige. Wir haben es vorgezogen von oben hinunter zu schauen.  An diesem Tag war das Meer recht wild und die Menschen wagten sich nicht ins Wasser.

 Felsenhöhlen von Zungri, wo einmal Menschen gelebt und gearbeitet haben

Diese Felsenwohnungen sind miteinander verbunden, durch ein geniales Belüftungssystem wurde für frische Luft gesorgt.

Und eindeutig noch zu erkennen, dass hier auch gerne gebacken wurde.

Ebenfalls berühmt sind die „Cipolle“ – längliche, rote, süßliche Zwiebeln, die überall angeboten, aber auch in vielen Speisen verarbeitet werden, auch in Kuchen, allerdings in Kalabrien in süßer Form und nicht wie bei uns in herzhaften Zwiebelkuchen.

Peperoncino sind ebenfalls allgegenwärtig. Zu langen Zöpfen geflochten, baumeln sie überall an Geschäften und Gemüseständen. Aus Glas gefertigt machen diese scharfen Früchtchen sich auch ganz gut an meinem neuen Armband, das ich vor Ort gekauft habe.

Auffällig sind auch die unzähligen, uralten Olivenbäume, die weithin sichtbar das Landschaftsbild prägen.  Überhaupt sieht man in Kalabrien kaum Industrie, die Menschen leben von der Landwirtschaft oder suchen sich Arbeit im Tourismus oder im Norden Italiens. Hier gedeiht auch die für Kalabrien typische Zitruspflanze Bergamotte oder Plantagen von Orangen- und Zitronenbäumen.  Ich habe mir einen Bergamotte Likör mitgebracht, weil ich auch Earl Grey Tee sehr mag.   

Übrigens änderte sich das Wetter  nach drei Tagen. Ein starker Wind kam auf, zwei Tage lang wurde die rote Fahne gehisst und niemand durfte ins Wasser. Der Wind sorgte dann auch für erträgliche Temperaturen um die 25 Grad und es war nicht mehr schwül.

In einer Woche ist es unmöglich Kalabrien gut kennenzulernen, aber wir wollten einfach nur mal wieder eine Woche Urlaub am Meer verbringen, schwimmen, relaxen, am Strand entlang laufen, vom Liegestuhl aus das Meer beobachten. Mehr als eine Woche würde uns das zu langweilig, aber so war alles genau richtig getimt.

Das Beste kommt ja bekanntlich immer zum Schluss. Und dieser Sonnenuntergang war wirklich ein echtes Highlight für uns.

Gleich am ersten Abend gegen 19 Uhr konnten wir von unserer bequemen Strandmuschel aus diesen schönen Sonnenuntergang erleben. Leider war dies so in den folgenden Tagen nicht mehr der Fall. Durch die Wetteränderung und Wolken konnte man die Sonne nicht mehr so schön ins Meer plumpsen sehen.

 

Nun steht noch eine weitere  aus, die wir auch schon vor längerer Zeit gebucht haben. Nämlich „Genussradeln in Kärnten“. Rund um den Ossiacher See, Wörther See und noch andere Radtouren.  Wir nehmen dieses Mal den Bus mit Radlader und lassen uns mit anderen Radbegeisterten bis an unseren Urlaubsort chauffieren. Ich werde euch berichten und hoffe,  dass das Wetter mitspielt.  Aber in Kärnten sollte im Oktober noch Radl-Wetter herrschen.

Aktivurlaub ist halt einfach unser Ding. Frische Luft schnuppern, egal ob nun zu Fuß bei einer Wanderung oder mit dem Rad. Einfach nur so herumliegen, das ist nichts für uns. Höchstens für ein paar Tage. Das haben wir jetzt wieder festgestellt.  Wir haben am Strand Menschen beobachtet, die stundenlang in der Sonne gebruzzelt haben, sich von links nach rechts, vom Bauch auf den Rücken gedreht haben, um sich von der Sonne bescheinen zu lassen.  Bei den Italienern scheint dies noch sehr beliebt zu sein.  Vermutlich gilt es als schön, besonders braun gebrannt zu sein.  Also ich dachte eigentlich, dass solche Zeiten längst vorbei sind 😦

Schön war’s in Kalabrien, das typisch kalabresische Essen war köstlich. Keine Zugeständnisse an die wenigen deutschen Urlauber, die wir getroffen haben.  Das hat uns sehr gut gefallen und noch besser geschmeckt.  Wer Kaffee bestellt bekommt Espresso und Cappucchino trnkt man nur bis 11 Uhr.  Capisci? 

 

☼ Italien ist doch immer wieder eine Reise wert ☼

 


14 Gedanken zu “Kalabrien – Italiens Stiefelspitze

  1. Richtig tolle Fotos und ein sehr informativer Beitrag. Es hat euch gefallen und das zählt !
    die Gegend dort steht bei mir auch schon sehr lange auf der Warteliste. Vielleicht klappt es ja mal !

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    1. Danke Manni, es ist schon erstaunlich, was so ein Smartphone für Fotos zaubern kann. Habe ja sogar Weitwinkelmodus und Modus bei meinem 300 € Handy 😄😅😂 Unglaublich, was man damit alles machen kann. Freut mich, wenn dir die Fotos gefallen. LG Sigrid

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      1. Hallo Manni,

        oha! Also nach Reisen bzw. während … ist man doch sehr stark gefährdet. Nach Kalabrien hat es uns allerdings nicht erwischt. Dort waren alle ohne Masken unterwegs, allerdings die Servicekräfte nicht. Wir sind froh, dass wir so davon gekommen sind. Dir/Euch wünsche ich erst mal alle Gute – mit oder ohne Corona. Wir sind schon wieder auf dem Sprung nach Kärnten an den Ossiacher See. Dorthin führt uns eine Reise „Genussradeln Kärtner Seen“. So wie es aussieht haben wir Glück und das Wetter ist jeden Tag schön. Wir radeln und erkunden unterwegs schöne Orte. Reiseleitung ist jeden Tag dabei. Fahren tun wir von hier aus mit einem Bus und Radlader hintendran. Also ganz entspannt und das 4**** Hotel hört sich auch gut an. Liegt direkt am Ossiacher See. Ich werde berichten anschließend. Hoffentlich ohne Corona.
        Ciao und bis dann, Sigrid

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      2. ja ich bin seit ein paar Tagen positiv aber nicht im Urlaub geholt sondern bei der Arbeit. 3 Kollegen von mir haben es auch ! So kann es auch gehen!
        Ossiacher See kenne ich sehr gut. Habe mal Urlaub gemacht in Bodensdorf und schöne Bergtouren in der Region. Sehr schöner See !
        Viel Spaß dann euch beiden ! LG Manni

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  2. „Um die 35 Grad und eine Luftfeuchtigkeit wie in einer Waschküche“ – wie im suedichen Texas! 😉
    Sieht nach einem wunderschoenen Urlaub aus – trotz der Hitze. Danke fuer’s „Mitnehmen“ und die fantastischen Fotos.
    Viel Spass bei der Radlreise.
    Liebe Gruesse,
    Pit

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    1. Vielen Dank Pit. Ja, erst wochenlang Sonne und Hitze bei uns ( was ja niemand ahnen konnte) und wir dann direkt in tropische Temperaturen. Dafür jetzt 14° und Regen seit wir zurück sind. Na ja, wir nehmen es wie es kommt. Hauptsache es wird nicht so kalt. Bei unseren Gaspreisen 😫 🫤 müssen wir uns erst mal in Fleece packen und dicke Socken anziehen. Liebe Grüße Sigrid

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      1. Ja, solche Temperaturen. liebe Sigrid, sind schon wirklich gewoehnungsbeduerftig. Ich haette mich ja eigentlich mittlerweile dran gewoehnen muessen, aber das ist immer noch nicht so.
        Hier wird es jetzt langsam kuehler, „nur“ noch knapp 30 Grad tagsueber, aber des nachts schon runter auf 10 Grad.
        Mit Gas- und Strompreisen haben wir hier zum Glueck kein Problem. Hierzulande kommt ja soviel Gas aus der Erde, dass es mancherorts immer noch abgefackelt wird.
        Liebe Gruesse,
        Pit

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      2. Hier sind es nur noch um die 4 Grad und traurig ist doch eigentlich, dass wir hier nicht mal mehr die Hallenbäder öffnen wegen der exorbitanten Gaspreise, keine Weihnachtsbeleuchtung, nachts die Straßenbeleuchtung komplett aus …… und bei euch wird Gas abgefackelt und in der Ostsee strömt das Gas einfach so ins Meer. Dass ich in meinem Alter so etwas miterleben muss mag ja noch angehen. Wir hatten viele gute Jahre, aber meine kleine Enkelin, die noch nichts weiß von all diesen Problemen, die tut mir echt leid. Ihre Zukunft wird vollkommen anders sein als meine damals. Schon alleine immer die Sorge wegen Corona (die kleinen können ja noch nicht geimpft werden), die Eltern um Sorge wegen der hohen Energiepreise, die man sich kaum noch leisten kann, wenn man nebenher noch ein Haus abzahlt …… Früher war alles besser. In diesen Zeiten stimmt das auf jeden Fall. Ein schönes Wochenende, Sigrid

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