Schiff & Rad Reise entlang der Donau

Zurück von unserer erlebnisreichen und schönen Reise per Rad und Schiff in der Heimat müssen wir uns mit dem Corona-Virus herumschlagen, denn es hat uns beide erwischt. Eigentlich kein Wunder bei der Enge und den vielen Menschen an Bord eines Flusskreuzfahrtschiffes. Wir können von Glück reden, dass wir erst am Abreisetag von Halskratzen, Husten und Müdigkeit geplagt wurden, denn sonst hätten wir isoliert in einer kleinen Kabine verbringen müssen ohne Kontakt zu den anderen Passagieren. So konnten wir noch in Passau angekommen mit unseren Rädern zum Auto fahren und wieder nach Hause.

Da wir uns isoliert haben und es sowieso zu heiß ist für Unternehmungen, bleibt viel Zeit für meinen Blog und los geht*s:

Unser Schiff:

MS Prinzessin Katharina von SETOURS: 110 Meter lang, 11 Meter breit, 1 Meter Tiefgang. Ein Glück, denn die Donau führt derzeit sehr wenig Wasser. Maximal 140 Passagiere, 38 Crewmitglieder, die sehr um unser Wohl besorgt waren.

Fotoquelle: setours
Mehr Rad als Schiff. Es müssen über 100 Räder gewesen sein. Diese hier sind die Leihräder, aber wir hatten unsere eigenen Räder dabei.

So sah es im Speisesaal aus und das hier ist sogar der Blick auf unsere Plätze. Wir saßen dort mit zwei anderen Paaren, mit denen wir uns sehr gut verstanden haben.

Kurz nach unserer Heimkehr erhielten wir eine Nachricht, dass die anderen auch an Covid erkrankt sind. Wen wundert’s bei den vielen Menschen.

Unsere Kabine, 11 qm, aber man hält sich fast nur zum Schlafen darin auf. Also reichte der Platz aus.

Überblick über unsere Stationen und Radetappen:

Passau – Engelhartszell – Devin -Bratislava – Budapest – Visegrad – Eszergom – Wien – Rossatz – Melk – Pöchlam – Passau

Um innerhalb einer Woche nach Budapest und zurück nach Passau zu gelangen, musste unser Schiff in der Nacht große Strecken zurücklegen. Was ich überhaupt nicht erwartet habe ist, dass es entlang der Donau so ruhig ist. Wir sahen stundenlang nur Bäume und Kieselstrände, keine Menschen, selten kleine Dörfer oder Orte. Wir dachten eigentlich, dass es entlang der Donau viel mehr Städte geben gibt. Nach Passau – Startpunkt unserer Reise – war Bratislava die erste große Stadt in der wir anlegten. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Eine wunderschöne, mediterrane Stadt mit sehr freundlichen Menschen.

Alle Fotos habe ich mit meinem Smartphone Samsung A52 S gemacht. Ich habe sie nicht bearbeitet. Die Qualität kann also nicht so gut sein wie von einer richtigen Kamera, aber für meine Zwecke reicht es. Ich möchte hier nur unsere Reisen dokumentieren. Gut ist, dass mein neues Handy Weitwinkel- und Makroaufnahmen anbietet.

Das „Ufo“, Wahrzeichen über der Donau. Ein Restaurant, weithin sichtbar.
Pressburg

So eine Schiff & Radreise ist vom Veranstalter super durchgeplant. Angekommen an den Liegeplätzen wurden von der Crew sämtliche Räder an Land gebracht. Am Abend vorher wurden wir genauestens informiert über die Strecke, die am nächsten Tag gefahren werden konnte. Es gab meistens längere und kürzere Varianten. Die längsten waren zwar nur 60 Kilometer, aber schließlich will man sich ja auch mal umschauen entlang der Radstrecke oder gar ein Päuschen machen. Außerdem war es oft so, dass wir per Fähre die Donau queren mussten und dies nicht immer sofort möglich war. Zudem wollte das Schiff weiterfahren, so dass wir auch schon mal mittags wieder an Bord sein mussten. Mit Ausschlafen war nichts. Meistens standen die Räder um 9 Uhr oder früher an der Anlegestelle zur Abfahrt bereit. Unser Schiff holte uns dann am Ende der Radtour wieder ab.

Die Sonnenuntergänge oben auf dem Deck bei einem Aperitif oder kühlen Drink zu genießen, waren jeden Abend Highlights, hatten wir doch unglaubliches Glück mit dem Wetter. Nur tagsüber mal ein Regenschauen, ansonsten waren Schattenplätze sehr gefragt auf Deck.

Längere Liegezeiten gab es in Bratislava und Budapest. In Budapest gibt es unglaublich imposante Gebäude, allerdings sind die Radwege eine Katastrophe und es gelüstete uns nicht nach Folklore Abend mit Gulaschsuppe und „Zigeunermusik“ 😉 Wir genossen lieber die hell erleuchtete Stadt auf dem Deck bei einem Cocktail. Das war viel entspannter nachdem wir tagsüber in der Stadt unterwegs gewesen sind.

Imposant: Parlament in Budapest. Auch bei Nacht ein echter Hingucker, genau wie alle anderen monumentalen Gebäude, die überaus großzügig illuminiert werden.

In Wien blieb uns nicht viel Zeit, was leider schade war. Unser Schiff kam verzögert an, weil es an einer Schleuse Probleme gab. Für uns war es nicht so schlimm, denn wir waren erst im Mai in Wien und hatten damals an einer Stadtführung teilgenommen. Für eine Stadführung per Rad hat es gerade noch gereicht, obwohl wir uns die hätten schenken können. Abends in der Rush hour von Wien, Hitze, Gestank, Lärm. Aber mich interessierte vor allem Hundertwasser Village und da fuhren wir zuerst hin. Nachdem unser Guide uns am Stephans Dom verlassen hatte, fanden wir ein schönes Lokal in einer Seitenstraße mit typisch Wiener Gerichten. Nachdem wir festgestellt hatten, dass dort Wiener einkehren, gönnten wir uns ein echtes Wiener Schnitzel mit Petersilienkartoffeln und Preiselbeeren. Das war wirklich sehr lecker und dazu hausgemachte Limonade – gut gekühlt – was uns nach der Hitzefahrt richtig gut tat. Danach mussten wir noch eine halbe Stunde am Donaukanal zum Liegeplatz radeln, wo unser Schiff nachts zurück nach Passau fuhr.

Diese Müllverbrennungsanlage,, die Fernwärme erzeugt, ist ein Kunstwerk. Wenn alle Fabrikgebäude so aussehen würden?
Fotoquelle: hundertwasser.com

Nach Wien konnten wir noch eine wunderschöne Radtour durch die Wachau genießen: Weinberge, Streuobstwiesen, Marillen so weit das Auge reicht.. Noch ein kurzer Abstecher nach Melk, wo wir ebenfalls vor kurzem schon mal Station gemacht haben.

Klar, dass wir unterwegs angehalten und leckere Marillen Marmelade gekauft haben.

Zusammenfluss Inn und Donau. Die unterschiedlichen Gewässerfarben sind sehr gut zu erkennen und es dauert bis sie sich wirklich „vereinigt“ haben.

Am letzten Morgen wurden wir früh morgens aus den Kabinen gebeten und den Rest der Fahrt auf Deck zu verbringen, damit diese für die nächsten Gäste vorbereitet werden konnten. Wir ließen unser Gepäck per Transfer zum Auto bringen und wir selbst fuhren noch mal sechs Kilometer mit unseren Rädern an der Donau entlang.

Fazit: Eine Rad & Schiff Reise war für uns eine ganz neue Erfahrung. Anscheinend gefällt das aber vielen Menschen, denn die Gäste stammten aus allen Regionen und Bundesländern, aus Brasilien, der Schweiz, eine Gruppe von Amerikanern, die sogar ein Shirt mit „Danube 2022“ als Gruppenmerkmal getragen haben. Die Crew stammte ebenfalls aus aller Herren Länder und war äußerst freundlich, höflich und zuvorkommend. Also da gibt es gar nichts zu meckern.

Die Donau ist der zweitlängste Fluss in Europa mit rund 2900 Kilometern und schon deshalb etwas Besonderes, weil sie durch so viele Länder fließt – nämlich zehn an der Zahl. Ein schwimmendes Hotel dabei zu haben, ist prima. Man schläft immer im selben Bett.

Die Radtouren waren gut geplant und führten durch schöne Landschaften. Insofern empfehlenswert. Vielleicht hätte man noch ein Jahr warten sollen, um dem Virus aus dem Weg zu gehen? Nein, ich bin jetzt 70, fit, konditionell gut aufgestellt und will jetzt reisen solange ich noch kann. Wer weiß, was die nächsten Jahre bringen und ob wir uns angesichts des Ukraine Krieges, Gasmangel, Klimakrise, Corona-Varianten überhaupt noch Reisen leisten können.

Wir sind jetzt seit 3 Tagen isoliert, haben heute einen PCR Test gemacht – vorsichtshalber – und chillen so vor uns hin. Anfangs hat mich ein übler Husten geplagt, jetzt ist die Nase verstopft, aber es fühlt sich an wie ein grippaler Infekt. Alles gut, wenn es so bleibt. Vielleicht war es doch gut, dass ich mir im Mai die 4. Impfung geholt habe.

☼ Bleibt gesund, genießt den Sommer ☼

Bei Schloss Schönbühel am Donauradweg ein letztes gemeinsames Foto kurz vor Abschluss der Reise in Pöchlarn (Österreich). Von dort ging’s direkt nach Passau in der Nacht.

5 Gedanken zu “Schiff & Rad Reise entlang der Donau

  1. Das hoert sich super an. Eine Donau Schiffahrt steht auch auf meiner liste. Meine Eltern machten so was schon und waren begeistert. Fuer Euch war das Radfahren noch ein extra bonus. Sehr schoene Bilder und sicher noch mehr schoene Erinnerungen.

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