Wandern: Idyllische Wege, spirituelle Orte, Pfade der Stille

Rund um das Kloster Schöntal gibt es viel zu entdecken, vor allem aber herrscht hier eine besondere spirituelle Energie. Grabhübel aus keltischer Vergangenheit, ehemalige Fischteiche, der Kreuzberg, das Kloster selbst lassen erahnen, dass diese Gegend schon sehr lange besiedelt ist. Es heißt, dass es hier schon 1000 v. Chr. Siedlungen gab und die Quelle „Heiligenbrünnle“ schon in vorchristlicher Zeit Kultstätte war. Bei einer Rundwanderung genießen wir nicht nur diese Ruhe, die kleinen Pfade, die besonderen Einblicke, die im Sommer gar nicht mehr wegen des vielen Grüns zu sehen sind.

Unsere kleine Wanderung beginnt in Neusaß (der Überlieferung nach neweseze = Neuer Sitz). Hier soll schon um 1155 mit dem Bau eines Klosters begonnen worden sein, das dann wohl später hinab ins Jagsttal verlegt wurde. Hier oben in Neusaß führt auch die „Hohe Straße“ vorbei.

In der Nähe befinden sich zahlreiche Grabhügel aus der Zeit 800 bis 600 v. Chr. Man könnte sagen, dass es sich hier um eine uralte Schnellstraße handelt, die genau auf der Höhenrücken zwischen Kocher- und Jagsttal verlief. Sie diente dem Handel, aber auch den römischen Legionen dienten sie, um schnell vorwärts zu kommen. Sie lag strategisch günstig und bietet auch heute noch dem Wanderer viele Ausblicke und viel Übersicht. Erstaunlich ist, dass an vielen Stellen die ehemalige Jahrtausende alte Straße noch gut zu erkennen ist. Ein tolles Gefühl auf Wegen zu gehen, wo schon vor mehr als 2000 Jahren Menschen Waren befördert, Armeen für Unruhe und Schrecken gesorgt haben und heute Pilgerwege entlang führen.

Wer sich interessiert, kann hier nachlesen:

https://web.archive.org/web/20140311092016/http://www.michls.de/hohe-strasse/index.html

In Neusaß gibt es viele Kraftorte:

Eine über 500 Jahre alte Linde mit einem Umfang von 8,30 Metern und einer Höhe von ca. 25 Metern.

Sie sieht recht mitgenommen aus und konnte nur durch baumchirurgische Maßnahmen bis heute erhalten werden. Wir haben sie jetzt im zeitigen Frühjahr fotografiert – ganz ohne Blätter, aber wir kommen bestimmt noch einmal wieder, um zu sehen wie sie in ihrem vollen grünen Kleide aussieht.

Ein Wallfahrtsort für viele Gläubige ist die Quelle in Neusaß – das Heiligenbrünnle. Dem Wasser werden heilende Kräfte zugesprochen. Früher hingen in dem Gewölbe unzählige Dankesbriefe.

Und hier weitere Fotos unserer Wanderung, die von Neusaß zur Heiliggrabkapelle auf den Kreuzberg führte. Sie ist das Vermächtnis von Abt Knittel Sie wurde vor 300 Jahren geweiht. Das Jubiläum fand im Oktober 2020 statt. Hier oben, mit dem Blick ins Jagsttal und auf das im Tal liegende Kloster Schöntal, lässt es sich unter einem riesengroßen Magnolienbaum wunderbar ausruhen auf einer Bank. Die großen Knospen versprechen reiche Blüte. Schon alleine deshalb lohnt es sich, hierher noch einmal zu wandern.

Und so schön es ist hier zu wandern und die Sonne zu genießen, es sollte unbedingt mal ordentlich regnen und zwar tagelang! (Kein Aprilscherz) :-)Wir hatten Kaffee und Kuchen im Rucksack mitgebracht und genossen die magischen Momente auf einer schönen Bank auf dem Kreuzberg.

Was uns allerdings ebenfalls auffiel: Die Böden sind restlos ausgetrocknet.

Nach unserer Kaffee- und Ruhepause wanderten wir auf dem Oberen grünen Weg zurück Richtung Parkplatz. Kloster Schöntal werden wir bald einen ausführlichen Besuch abstatten, da wollen wir den „Pfad der Stille“ begehen, den wir heute nur tangiert haben.

Oberer grüner Weg mit Blick ins Jagsttal  und auf die Türme von Kloster Schöntal
Im Jagsttalal liegt sehr idyllisch die Klosteranlage

Mit dem Bau der Kapelle gelang es Abt Knittel schon zu seinen Lebzeiten, die „Kirchenfamilie“, bestehend aus der Wallfahrtskapelle in Neusaß, der Kilians- und Klosterkirche im Klosterareal und eben der Heiliggrabkapelle, zu komplettieren.

Übrigens: Das Kloster wurde 1153 als Filialkloster des Kloster Maulbronn von Wolfram von Bebenburg zuerst in Neusaß gegründet.

Im Hintergrund das Mesnerhaus auf dem Kreuzberg. Im Garten saßen die Bewohner bei Kaffee und Kuchen. Wenn das mal nicht „Schöner Wohnen“ ist?
Heiliggrabkirche auf dem Kreuzberg – Steinernes Vermächtnis von Abt Knittel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine neue App leistet mir gute Dienste beim Erkennen von Pflanzen, Insekten, Reptilien usw. Sie heißt „Seek“ und ich habe sie seit einiger Zeit in Gebrauch. Bin hellauf begeistert von den Ergebnissen. Die Beobachtungen werden auch gespeichert und zu jeder Pflanze gibt es sehr ausführliche Beschreibungen.

Überall große Büschel mit Veilchen, die auch schon im zeitigen Frühling mit ihrem schönen Blau den Wanderer erfreuen.
Am Gründonnerstag haben wir auf den Weiden rund um Neusaß viele Lämmer zu sehen bekommen.
Ein Schild am Baum weist darauf hin, dass hier auch einen Abschnitt des Jakobswegs hin. Die Bank ist allerdings eher nicht zum Verweilen gedacht. Sie ist sehr niedrig und wurde auch schon lange nicht mehr erneuert.

So viel wie derzeit war ich übrigens noch nie zu Fuß unterwegs. Im Monat komme ich locker auf 250.000 Schritte, denn ich habe jetzt auch ein Fitnessarmband, damit ich nicht zu faul werde 🙂 und immer schön in Bewegung bleibe. Wenn ich mich mal länger als 1 Stunde hinsetze, mahnt es mich sofort, mal wieder aktiv zu werden 😉

Bald schon werden wir  wieder längere Radtouren unternehmen können. Ab Mai können wir wieder losradeln. Zwar haben wir vor kurzem schon mal eine ca. 50 Kilometer lange Tour unternommen, aber jetzt ist erst mal wieder Pause. Inzwischen müssen wir halt mit dem launischen April vorlieb nehmen.

Über diesen Link >>>> Kloster Schöntal  gelangt ihr zu einem anderen Post von mir.  Wenn ihr mögt und die Anlage und Barockkirche näher kennenlernen möchtet, könnt ihr auf diesen Link  klicken.  Wir waren dort schon öfter mit dem Rad unterwegs und es ist ein MUSS, in der Klosteranlage einen kurzen Spaziergang zu machen.  Es ist einfach immer wieder so schön dort.

P.S. Falls ihr euch über den großen Abstand zwischen zwei Fotos wundert, ich habe jetzt wohl über zwei oder mehr Stunden probiert, dieses Problem zu beseitigen. Hier beim Schreiben des Posts  ist alles so beieinander wie es sein sollte.  In der Darstellung dann leider nicht.  Wenn jemand weiß, warum, bitte gerne melden unter

aktiv60plusblog (@ )gmail.com


7 Gedanken zu “Wandern: Idyllische Wege, spirituelle Orte, Pfade der Stille

  1. Das war ein richtig schöner Ausflug, danke fürs Mitnehmen!
    Bleib gesund und fit!
    Dank unserer kleinen lauffreudigen Hundedame bin ich momentan auch viel unterwegs … , Frau gönnt sich ja derzeit auch sonst wenig 😆 .

    Liebe Grüße!

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  2. Liebe Sigrid, tolle Fotos hast du von eurer Wanderung mitgebracht :-)! Auf deinem Foto von oben auf Kloster Schöntal sieht man so schön, wie sich die Jagst durch ihr Tal schlängelt – immer wieder herrlich! Den Schöntaler Pfad der Stille (bzw. zumindest eine der kürzeren Ergänzungstouren) wollen wir im Frühling auch unbedingt wandern. Aber erschreckend, wie trocken der Boden schon wieder ist… Da wäre ordentlicher Regen vermutlich dringender nötig als das Schneegeriesel aktuell.
    Liebe Grüße, Lisa

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    1. Hallo Lisa, Dankeschön. Ja, wir sind nur oben geblieben dieses Mal. Dort kann man ja immer wieder Wege finden. Das Gasthaus Post hat mich begleitet seit wir 85 ins Unterland gezogen sind. Taufen, Konfirmation, Jubiläum , Geburtstage. Immer wieder sind wir dort gelandet. Wir sind sogar noch mit dem Zügle gefahren und haben viele Sommertage am Wehr verbracht. Heutzutage gehen wir immer noch gerne hin zum Essen (sofern mal wieder mal möglich) spazieren gehen, Rad fahren. Ist für mich mit vielen Familienerinnerungen verbunden die Gegend!
      Liebe Grüße Sigrid

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  3. Hallo Sigrid, eine beneidenswerte Tour und wie schon oft geschrieben eine herrliche Landschaft. Schöne Fotos hast du uns mitgebracht. Kaffee und Kuchen im Picknickrucksack das ist auch eine gute Idee. Liebe Grüße und noch einen schönen Rest von Ostern. Liebe Grüße Wolfgang

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