Freundschaften pflegen & soziale Netzwerke knüpfen – eine Lebensaufgabe?


Meine Antwort lautet ganz klar:  JA

Ein Thema, das nicht nur in jungen Jahren für mich wichtig und aktuell war, sondern gerade jetzt im Ruhestand, wo wir nicht nur mehr Zeit für uns selbst, sondern auch für andere Menschen haben – unsere eigene verbleibende Lebenszeit aber immer kostbarer wird!

Wer wie ich acht mal umgezogen ist, kann ein Lied davon singen, wie schwierig es sein kann, nicht nur neue Leute kennen zu lernen, sondern Menschen, mit denen man sich gut versteht und die viele Interessen mit dir teilen.  Gar nicht so einfach.   Damals, als wir das erste Mal weit weg zogen, ein Haus bauten, Kinder bekamen, war es noch einfacher, denn alleine schon durch die Kinder lernt man viele andere jungen Familien kennen.

Der Zufall wollte es – oder war es Schicksal – dass ich damals einen kleinen Zettel am schwarzen Brett beim Bäcker entdeckte, auf dem der Wunsch formuliert war, andere Frauen mit Krabbelkindern kennen zu lernen.  Mein älterer Sohn war damals ein halbes Jahr alt.

Diese Frau rief ich noch am selben Tag an.  Heute ist mein älterer Sohn 32 Jahre alt und genauso alt oder jung ist meine Freundschaft, die ich mit dieser Frau aufgebaut habe.  Anfangs waren wir eine Krabbelgruppe mit sechs Müttern.  Über Jahre trafen wir uns, dann zogen die ersten weg, ließen sich scheiden, gingen neue Wege.  Unsere Freundschaft blieb bestehen – bis heute und unerschütterlich. Egal, ob die Meinungen manchmal (auch weit) auseinander gehen, wir längere Zeit über große Distanz getrennt sind.   Wir konnten sie über all die Jahre bewahren und pflegen.  Ein großes Glück und Geschenk, denn niemand kennt mein Innenleben so gut wie diese Freundin.  Wir haben unsere Kinder durch Kindergarten, Schule, Studium und Berufsausbildung begleitet, gemeinsame Urlaube und Ausflüge mit den Ehemännern organisiert,  Scheidung, Trennung und Verluste gemeinsam erlebt.  Wir sind jetzt beide im Rentenalter und betrachten staunend Fotos als wir mit unseren Krabbelkindern unsere Treffen hatten und wie wir uns alle äußerlich verändert haben.

Diese besondere Freundschaft, aber auch noch andere habe ich (so gut es ging)  auch über Jahre hinweg gepflegt, selbst als ich 400 Kilometer entfernt wohnte. Mir war klar, dass „alte und erprobte“ Freundschaften viel wert sind und ich deshalb im Rentenalter wieder in die Nähe dieser Menschen wohnen möchte.   Die alten Freundschaften weiter aufrecht erhalten und viel Zeit miteinander verbringen, aber auch neue Bekanntschaften erleben, das habe ich mir vorgenommen.   Als ich letztes Jahr meinen  Geburtstag in der neuen „alten Heimat“ mit Freunden feierte nach 9 Jahren Abwesenheit in Dortmund hat eine andere gute Freundin mir einen kleinen Zettel in den Blumenstrauß gesteckt, den sie mir schenkte.  Auch mit dieser Frau verbindet mich eine jahrelange Freundschaft und ein schwerer Schicksalsschlag.  Gemeinsame Erlebnisse, ob traurig, tragisch, lustig oder einfach nur schön: Sie festigen Freundschaften und sind  k o s t b a r!  

Jahre vergehen ~ Freundschaft bleibt. Nicht selbstverständlich!

Trotzdem kommen und gehen Freundschaften im Laufe eines Lebens; nicht alle haben Bestand, manche beschränken sich auf einen Lebensabschnitt oder einen Wohnort.  Niemand weiß das so gut wie ich.  Ein Umzug bedeutet auch immer Verlust von Bekanntschaften oder Gruppen-zugehörigkeit.   Das lässt sich leider nicht vermeiden, aber ich sehe es so:  Alles hat seine Zeit, auch manche Freundschaften, die sich evtl. nur aus einer  bestimmte Lebenssituation heraus gebildet haben und später irgendwie im Sande verlaufen sind.  Zwei meiner besten Freunde sind früh verstorben.  Viel zu früh mussten sie gehen, aber für immer bleiben die Erinnerungen an fantastische gemeinsame Zeiten und einmalige Erlebnisse.

Teilweise sind einige unserer Freunde noch berufstätig und haben tagsüber wenig bis gar keine Zeit.   Manche meiner Freundinnen sind inzwischen  begeisterte Großmütter und verbringen viel Zeit mit den Enkeln.  Ich dagegen habe einen Partner im Ruhestand, mit dem ich auch viel gemeinsam unternehmen kann.  So hat jeder seinen eigenen Rhythmus, Gewohnheiten und Vorlieben.

Gerade deshalb ist es spannend, neue Bekanntschaften zu schließen. D.h. raus aus der Komfortzone, runter vom Sofa und rein ins gesellschaftliche Leben im „Städtle“.

Ehrenamt gefällig? Geht immer!

Ja, kommt in Frage, aber nicht mehr in dem Umfang, den ich früher ehrenamtlich geleistet habe als Vorsitzende von einem Verein oder 16 Jahre in der Klassenpflegschaft einer meiner Söhne.  So stark möchte ich mich zeitlich nicht mehr einspannen lassen. Aber stundenweise? Gerne!

Als wir neu eingezogen waren fanden wir den Gemeindebrief meiner Kirchengemeinde im Briefkasten. Zwar bin ich überhaupt keine Kirchgängerin, aber ich fühlte mich angesprochen bei der Bitte, ob es Menschen gibt, die den Gemeindebrief straßenweise zustellen würden.   Das machen wir jetzt einmal monatlich. Gemeindebriefe im Pfarramt abholen und knapp 40 Gemeindemitgliedern zustellen, d.h. in den Briefkasten werfen. Demnächst sind wir zu einem „Mitarbeitertreffen mit Gottesdienst, Abendessen und weiteren Aktivitäten“ eingeladen.  Da werde ich dann viele andere Mitarbeiter und Ehrenamtliche der Kirchengemeinde kennen lernen und darauf freue ich mich, denn das Gemeindeleben hier ist sehr vielfältig und abwechslungsreich, obwohl ich (noch) nicht daran teilnehme, aber ich habe die Möglichkeiten im Hinterkopf.

  Stiftskirche  und   Mehrgenerationenhaus   

Uns gefiel auch die Idee, beim Freundeskreis LaGa 2016 (Öhringen) Mitglied zu werden. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht „möglichst viel von den Anlagen und Gärten zu erhalten und zu pflegen, die während der Landesgartenschau in Öhringen entstanden sind“ (Zitatende).  Als wir uns Öhringen als Wohnsitz auswählten, spielte die schöne Umgebung, der Hofgarten, der zum Schloss gehört, die Cappelaue mit ihren Gärten und Anlagen eine nicht unerhebliche Rolle. Es gefällt uns hier, weil es schön ist.  Zur Aufgabe des Freundeskreises zählen die Pflege und Betreuung von Gärten, Hecken, Tiergehege hier in der Stadt,  aber auch Gästebetreuung während Festen und Veranstaltungen und vieles mehr.  Werden  HelferInnen benötigt, melden wir uns und bringen unsere Zeit mit.  Wir feiern aber auch zusammen oder fahren zu anderen Landesgartenschauen. Es gibt Stammtische und für alle Mitglieder passende T-Shirts, Jacken, Schirm usw.  Wir sind also schon von weitem als Gruppe erkennbar.  Ziemlich lustig ist das!  Hier ein Foto von unserem Ausflug zur LaGa in Würzburg 2018 und unten unser Familienfest im Herbst!  Wir sind für alle gut erkennbar an unserem Outfit!

Kleine Pause bei über 30 Grad  bei der LaGa in Würzburg

Foto: Hier dürfen Kinder bei einem unserer Feste an der Apfelpresse mithelfen und den frischen Apfelsaft verkosten.

Frauenpower?  Her damit!

Zusammen mit anderen Frauen etwas unternehmen und überhaupt welche kennen lernen? Das geht besonders gut in einem LandFrauenverein Wenn dieser auch noch interessante Vorträge, Ausflüge und Kurse wie z.B.  Faszien-Yoga und Schweißen anbietet, dann nichts wie hin!  Beim Faszien-Yoga habe ich inzwischen viele gleichgesinnte Frauen getroffen,  für das nächste Winterhalbjahr habe ich mir ein Abonnement beim Theater Heilbronn gesichert und werde mit dann mit anderen Theater-Begeisterten LandFrauen direkt mit einem Bus vor Ort abgeholt,  ins Theater gefahren und wieder fast vor der Haustüre abgesetzt nach der Vorstellung.  Wenn das mal kein Service ist.   Inzwischen habe ich einige Frauen kennen gelernt, die genau wie ich erst kürzlich zugezogen sind und dieselbe Idee hatten.  Mal schauen, was sich daraus entwickelt.

LandFrauenvereine bringen sich aktiv ins  Gemeindeleben ein.  Ich habe mich allerdings für die LandFrauen des Nachbarortes (1 km Entfernung) entschieden, weil mir deren Programm ausnehmend gut gefällt. Ich kann sogar mit dem Rad zu den Vorträgen fahren.

Zwar wohne ich in einer kleinen Stadt, wo es alles gibt. Trotzdem liegt diese Stadt sehr ländlich, ist umgeben von Weinbergen, Obstplantagen, Wiesen, Feldern.  Also bin ich tatsächlich eine LandFrau!  Und das ist gut so 🙂

Morgen ist ein Treffen geplant mit dem Stadtseniorenrat , denn es soll ein Seniorenmobil etabliert werden für ältere Mitbürger.  Es werden Fahrer gesucht, die an einem Tag der Woche abrufbereit zur Verfügung stehen.   Das würde ich sehr gerne machen.  Mal schauen, ob ich gebraucht werde bw. ob das überhaupt etwas für mich ist.   Ich werde berichten!

Sportliche Aktivitäten zusammen mit anderen?  Eine gute Idee!

Seit wir hier her gezogen sind, betreibe ich als „Oldie“ der Gruppe  mit großer Begeisterung zusammen mit sehr viel jüngeren Frauen Zumba® in einem Kurs der VHS, der immer ausgebucht ist.  Unser Zumba® Instructor ist aber auch wirklich ein ganz großartiger Trainer und Motivator.  Darüber habe ich schon ausführlich berichtet.  Der Zumba®-Kurs ist allerdings eine reine Interessengemeinschaft. Macht aber Spaß!

Fit in den Tag für Frauen 50+ heißt ein weiterer Kurs, den ich seit letzten Herbst besuche.  Zwar bin ich altersmäßig schon viel weiter als 50+  😉  aber die Chemie stimmt.   Bewegung, Koordination, kognitive Fähigkeiten fördern, Bodengymnastik, Beckenbodentraining …..  Es wird viel geboten von unserer Kursleiterin und deshalb gehe ich da hin und freue mich auf meine Donnerstag-Gymnastikgruppe. Wir Frauen lernen uns immer besser kennen.

Faszien-Yoga :  Eine wahre Herausforderung,  aber im einer Gruppe mit gleichaltrigen Frauen und einer erfahrenen Trainerin lernen wir Übungen (mit und ohne Blackroll), die besonders auf die Faszien, also das Bindegewebe wirkt.  Faszien Yoga besteht aus sanften Dehnungen, fließenden Bewegungen und intensivem Spüren des Körpers.  Es ist gut, dass wir „unter uns“ – also lauter etwas ältere Frauen –  sind und Verständnis füreinander haben, wenn es mal nicht gut klappt mit einem komplizierten Bewegungsablauf.   Diesen Kurs bietet unser LandFrauenverein an, deshalb nutze ich dieses Angebot seit kurzem.

Hört sich das für euch sehr viel an?  Nein, denn trotz all dieser Aktivitäten bleibt mir noch genug Zeit für tägliche lieb gewordene Notwendigkeiten – nämlich in meiner schönen Küche Essen vorbereiten,  kochen, backen, neue Rezepte und Zutaten ausprobieren und genießen. Meistens mache ich das zusammen mit meiner besseren Hälfte.  Die Zeit vergeht dann wie im Flug, auch bei aufwändigen Rezepten.

Und sonst noch irgendwelche Wünsche?

Schön wäre es, wenn wir Leute kennen lernen würden, die genauso gerne Rad fahren wie wir und Lust auf gemeinsame spontane Touren haben oder Wanderungen.  Allerdings können wir uns auch Wanderungen des hier ansässigen Schwäbischen Albvereins anschließen.   Das probieren wir demnächst mal aus.  Gemeinsam in der Natur unterwegs sein, macht auf jeden Fall Spaß.

Wir wohnen erst etwas mehr als ein Jahr hier.  Schau’n wir mal, was sich ergibt im Sommer 2019 und ob sich aus Interessengemeinschaften vielleicht in einiger Zeit intensivere Bekanntschaften entwickeln mit einigen Leuten.

Mein Fazit nach einem guten Jahr lautet:  Wir sind „angekommen“, fühlen uns sehr wohl hier und fühlen uns gut integriert.

Es bleibt also spannend –  außerdem warten wir sehnsüchtig auf das Frühjahr!

Das war im April 2018 im Kochertal bei unserer ersten  Radtour

Sind für dich Freundschaften und soziale Netzwerke wichtig oder verbringst du deine Zeit lieber nur innerhalb deiner Familie?

Bist du jemand, der seine Zeit vor allem nur mit dem/der Partner(in) verbringt?

Vielleicht bist du ja auch am liebsten ganz alleine unterwegs?

Wie stellst du dir deinen Ruhestand vor, wenn du viel mehr Zeit hast als während des Berufslebens?

Über Kommentare, Feedback und deine Meinung zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen.


9 Gedanken zu “Freundschaften pflegen & soziale Netzwerke knüpfen – eine Lebensaufgabe?

  1. Ich habe deinen Beitrag eben erst entdeckt, liebe Sigrid und möchte noch zwei Gedanken dazu äußern, die mich auch gerade ‚umtreiben‘ .
    Mit dem Rentenbeginn ändert sich auf der sozialen Ebene doch mitunter sehr viel, denn KollegInnen verschwinden und das kann schmerzhaft sein, wenn die noch in der vollen Tretmühle sind und man selber nicht mehr.

    Langjährige Freundschaften können auch ein Verfallsdatum erreichen, denn mit zunehmendem Alter verändert man sich ja auch und nicht alles bleibt kompatibel, was sich angeblich jahrelang bewährt hatte.

    Ich bin auch zu neuen Ufern aufgebrochen und engagiere mich ehrenamtlich in zwei Seniorenkreisen meiner Gemeinde und profitiere selbst sehr davon, bereite Kinder auf die Erstkommunion vor und bleibe somit in der Pädagogik ein wenig drin und all das macht mir Spaß, gibt mir sehr viel und bringt mir tolle neue Erfahrungen, für die früher keine Zeit war oder der Kopf nicht frei!

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Anna-Lena,
      habe deinen Kommentar zwar schon gelesen, aber schreiben auf dem Smartphone ist immer so lästig, deshalb schreibe ich jetzt am Laptop, wo das alles sehr viel schneller geht 🙂
      Ja, du hast recht, speziell, was langjährige Freundschaften angeht. Von manchen musste ich mich auch verabschieden, denn wenn sich die Interessen nicht kompatibel sind, habe ich persönlich gar keine Lust mehr, mich immer anzupassen. Wir beide – mein Herzblatt und ich – sind ja sehr gerne aktiv, radeln, walken etc. und die anderen wollen nur auf der Terrasse sitzen und sich am liebsten gar nirgends hin bewegen. Wir reisen gerne, die bleiben immer zu Hause. Früher fiel das nicht so auf, aber jetzt, wo wir viel mehr Zeit haben – eben für diese Freizeiaktivitäten und Interessen, schon ! Es ist reine Zeitverschwendung, Menschen in dem Alter noch ändern zu wollen und ich will’s ja auch nicht.

      Deshalb ist es wirklich sinnvoller, sich neue Interessen“freunde“ zu suchen und sich dort zu engagieren oder mit denen die Freizeit zu verbringen. Meine allerbesten Freundinnen haben seit Jahren – Gott sei wirklich gedankt dafür – auch dieselben Interessen bewahrt und sind auch noch so fit, sie umzusetzen. Sie radeln und wandern genauso gerne wie wir. Eine meiner Freundinnen (64) ist letztes Jahr einmal rund um Deutschland gefahren mit dem Rad (kein Pedelec) knap 6000 Kilometer – ganz alleine! Wir sind also so ein Trio, das gut zusammenpasst und das seit Jahren.

      Andererseits engagieren wir uns hier in einem Freundeskreis, der die Gartenanlagen weiterhin pflegt, die während der LaGa entstanden sind und auch sonst noch viele andere Dinge tut, die allen zu Gute kommen. Außerdem fahre ich seit neuestem als Ehrenamtliche ein „Seniorenmobil“ und befördere Leute, die selbst schon eingeschränkt sind in ihrer Mobilität. Werde darüber mal einen kleinen Beitrag verfassen, wenn ich ein wenig Erfahrung habe, denn das Projekt ist gerade erst angelaufen und zwar auf Initiative des Stadtseniorenrates hier in unserer kleinen Stadt. Außerdem bin ich wieder Mitglied in einem LandFrauenverein, wo viele Frauen „was zusammen machen“. Das alles neben Kursen an der VHS, Fitnessstudio …. Also mir wird wirklich nicht langweilig!

      Liebe Grüße schickt dir Sigrid

      Gefällt mir

  2. Hallo Sigrid,
    du magst recht haben dass Freundschaften pflegen & soziale Netzwerke knüpfen eine Lebensaufgabe ist. Als Selbstständiger, Freiberufler, Unternehmer oder Höherer Angestellter ist das für den Erfolg im Beruf heute praktisch Pflicht. Bei Unternehmensberatern bestimmt das Netzwerk das ein Berater aufgebaut hat den „Marktwert“ nicht unwesentlich mit.
    Auch im Privaten Bereich geht es nicht ohne eine soziale Einbettung, es sei den man ist Milliardär und man kann sich „ALLES“ kaufen. Ich selbst durfte in einer für mich schwierigen und existenzbedrohenden Situation erleben, was es heißt ein soziales Netzwerk zu haben. Ohne wäre es ganz schwierig geworden. Erst in solchen Situationen erkennt man den Wert und die Notwendigkeit eines solchen Netzwerks.

    Damit dieses Netzwerk dann auch funktioniert, muss man auch etwas in das Netzwerk hineingeben – sich engagieren. Das ist völlig richtig wie du das beschreibst und lebst.
    Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass in der Kriese sich viele aus dem Netzwerk abwenden. Zu Viele. Das waren, ökonomisch betrachtet, die Fehlinvestitionen. Die die aus meinem Telefonbuch gestrichen wurden, waren ziemlich genau 95%.

    Warum schreibe ich das? Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein großes Netzwerk „anstrengend“ ist und sehr viel Engagement erfordert und ohne dass man es merkt Stress erzeugt. Man ist zwar bei jeder Hochzeit dabei, aber des will auch erst mal alles koordiniert werden. Einem selbst suggeriert es eine ganz große Wichtigkeit und es schmeichelt dem eigenen Ego. Es ist eine Illusion zu glauben, ein großes Netzwerk fängt dich auf, wenn du es einmal brauchst.
    Meine Erfahrung ist, es sind die 2, 3, 4 oder 5 Seelenverwandten die dann, wenn es darauf ankommt, da sind. Diese muss man finden und pflegen. Auf diese sollte man sich konzentrieren. Alles andere ist Kür.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich sage nicht, mann soll alle anderen ignorieren. Nein, aber das Engagement nur so weit treiben, dass es für einen selbst nicht zur Belastung, zum Stress, zur Einschränkung wird.

    LG WoMolix

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Womolix, du hast vollkommen recht, denn allzu viel ist ungesund. Da ich schon 20 Jahre ehrenamtliche Erfahrung hinter mir habe, weiß ich genau, dass – egal wie viel Engagement – ein Verein z.B. nie so etwas wie wahre Freundschaft entstehen lässt . Im Prinzip ist es eine Interessengemeinschaft und einer oder eine muss die Arbeit machen, damit der Verein „läuft“ . Meine jetzigen Aktivitäten sehe ich als Zeitvertreib und erwarte nicht, dass sich die Leute da wirklich für mich als Individuum interessieren, sondern als Mitglied einer Gemeinschaft.
      Wahre Freundschaft pflege ich tatsächlich nur mit vier Menschen und die kenne ich schon sehr lange. Habe ich ja auch so dargestellt. Trotzdem macht es Spaß, neue Leute kennen zu lernen und etwas zusammen zu unternehmen. Das sind für mich Bekannte.
      Ich habe auch festgestellt, dass ich mit neuen Bekanntschaften sehr vorsichtig umgehe und wenig von mir preis gebe und mich auch nicht mehr ausnützen lasse in einem Verein. Nur so wie ich bereit bin zu geben und mir Freude macht.
      Stress und Belastung wollen wir nicht, aber uns ein wenig einbringen in Projekte, die wir gut finden.

      So ist es jetzt beschlossene Sache, dass wir als Fahrer im neu etablierten Seniorenmobil eingesetzt werden. Ältere Mitbürger abholen, begleiten, zum Arzttermin bringen usw. Einmal wöchentlich jeweils zwei Stunden. Viele mache mit, so wird der Aufwand minimiert für den Einzelnen. Werde darüber noch berichten.
      Ein schönes Wochenende wünsche ich dir! Liebe Grüße, Sigrid

      Gefällt 1 Person

  3. Genau so stelle ich mir auch das Leben vor wenn ich nicht mehr arbeite. Ich werde meine alten Freundschaften pflegen doch ich werde mich nach neuen Sachen die mich interessieren umsehen und mit gleich gesinnten Feude haben.

    Gefällt 1 Person

  4. ein ganz ganz toller Beitrag der alles auf den Punkt gebracht hat !!! Ich finde Kontakte sehr wichtig und sie bereichern das Leben ! Leider bin ich noch nicht ganz soweit den die tägliche Arbeit spannt einen doch ganz schön ein. Die Freizeit ist dadurch begrenzt und somit stehen die Kontakte schon ein wenig hinten an ! Die Freizeit wird dann doch der Familie gewidment. Ich finde es aber super wenn man sich im Ruhestand sinnvoll beschäftigt und jeder auf seine Art und den eigenen Interessen. Gleichgesinnte wird man mit ein bisschen Geduld und Anstregung schon finden. Soziale Projekte finde ich sehr gut und auch ich könnte mir später was in der Richtung vorstellen. Sinnvoll die Zeit verbringen, Spaß haben ja das steht an erster Stelle. Also ich wünsche euch noch viele neue Kontakte und Erlebnisse und kostet es aus so lange es geht !!!! LG Manni

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Manni,
      das freut mich sehr, dass er dir gefällt. Ja, ich habe mir Gedanken gemacht und das ist dabei heraus gekommen. Mir waren soziale Kontakte mit anderen, in Vereinen, Ehrenamt usw. immer wichtig im Leben und jetzt im Ruhestand muss man sich neu sortieren. Obwohl ich gar nicht weit weg von meinem alten Wohnort wohne, wo ich jahrelang sehr engagiert war, möchte ich mich hier noch einmal neu orientieren. Hier vor Ort und nicht irgendwo, wo man erst hin fahren müsste. Irgendwo dazu gehören ist wichtig, denn wir wissen nicht, was sein wird. Schnell kann man alleine sein und ist froh, dann schon Kontakte zu haben. So denke ich heute! Ich bin zwar noch fit und das hat mir mein Arzt erst grade mal wieder bescheinigt (mir fehlt nix), aber um so besser, gell?
      Übrigens, im Mai sind wir eine Woche oben auf der Alb in Hayingen. Einfach so, mal die Alb entdecken, auch die Hohenzollern Burg. E. kennt nichts davon, war noch nie dort. Vielleicht ergibt es sich ja irgendwie, dass wir uns mal treffen irgendwo. Wäre schön. Mehr dann über WhatsApp. Liebe Grüße, Sigrid

      Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.