Perlen der Bretagne: Concarneau, Pont Aven und Carnac

Tag 12 von 18 in der Bretagne:

Concarneau, bret. Konk-Kerne, auch die „blaue Stadt“ genannt, verfĂŒgt ĂŒber ein reiches historisches Erbe und enstand aus einer ehemaligen geschlossen Stadt, errichtet auf einer Felseninsel, die im 10. Jahrhundert zunĂ€chst von Mönchen besiedelt worden war. Diese errichteten ein Kloster auf einer Insel an der MĂŒndung des Flusses Moros. Heute wird diese Insel „Ville Close“ genannt und ist heutzutage durch eine BrĂŒcke mit der Stadt und dem Festland verbunden.

Hier also ist der Lebensmittelpunkt von Kommissar Dupin 🙂 Eigentlich ist er nur eine Romanfigur, inzwischen reisen Fans dieser Krimis von „Tatort“ zu „Tatort“. Das haben wir nicht vor, tatsĂ€chlich aber spielen die Krimis meistens an berĂŒhmten Orten in der Bretagne – oder wurden sie etwa durch die Krimis noch berĂŒhmter? Man weiß es nicht!

Hier im Hafenbecken liegt wie eine Festung die Altstadt von Concarneau – genannt „Ville Close“ – roter Pfeil zeigt das GelĂ€nde des Campingplatzes an.

Die strategisch gĂŒnstige Lage machte die Stadt Concarneau zu einem bedeutenden MilitĂ€r- und Handelsplatz, was dazu fĂŒhrte, dass im Laufe der Zeit eine VergrĂ¶ĂŸerung durch die Eingemeindung mehrerer Viertel und Nachbarorte erforderlich wurde. Die Befestigungsanlage ist wĂ€hrend der französischen Schulferien ĂŒber das Heimatmuseum zu erreichen, das den Zugang zu den Wehrmauern ĂŒber den Gouverneur-Turm eröffnet. Von hier aus ergibt sich eine beeindruckende Sicht ĂŒber die Bucht von Concarneau, den Fischerei- und den Jachthafen.

Ein schönes PlĂ€tzchen Erde wie wir finden und schon deshalb blieben wir hier, um sowohl die Altstadt als auch die Umgebung zu erkunden. Von unserem Campingplatz (C – s. Ausschnitt oben) radelten wir entlang des Atlantiks und Hafenbeckens Richtung Ville Close und spĂ€ter auch noch durch die Stadt an den Atlantik.

Als wir ankamen, herrschte wie oft hier, wenn wir unterwegs waren um die Mittagszeit Ebbe. So lag auch dieses Schiff auf dem Trockenen und Schlick und Schlamm umgaben die Altstadtmauern. Hier herrschte also keine Flut, umso mehr wird die „Ville Close“ jĂ€hrlich von Touristen ĂŒberschwemmt. Es sollen rund 1,5 Mio. sein. Diese Stadt hier – wie auch so viele andere Orte in der Bretagne – hat aber auch einiges zu bieten. Wir konnten allerdings jetzt in der Nachsaison sehr entspannt durch die Altstadt schlendern, wo es viele kleine GeschĂ€fte gibt, die hĂŒbsche Sachen anbieten. Schmuck, Porzellan, Handarbeiten und viele andere Dinge, die zum Kaufen verfĂŒhren. Ich konnte mal wieder bei OhrhĂ€ngern nicht widerstehen. Fast von allen Reisen habe ich solche „Andenken“, die mir im Alltag viel Freude bereiten.

Überall in der Bretagne sind die HĂ€user bzw. Fenster reich gschmĂŒckt mit Blumen. Auch hier erfreuen sich Geranien großer Beliebtheit.

Blick von der Festungsmauer auf die Stadt

Zum Mittagessen verließen wir allerdings die Altstadt und suchten uns mal wieder eine CrĂ©perie, um unseren Hunger zu stillen. Wer mit dem Rad unterwegs ist, hat das große GlĂŒck, grĂ¶ĂŸere Strecken in kurzer Zeit zurĂŒck legen zu können und so auch nicht auf die von vielen Touristen frequentierten Restaurants und CrĂ©perien angewiesen zu sein. Gerade in StĂ€dten mit so engen Straßen und Gassen sind RĂ€der geradezu ideale Verkehrsmittel.

Was unseren Campingplatz angeht, so können wir den leider ĂŒberhaupt nicht weiter empfehlen. Es gibt zwar ein kleines HĂ€uschen mit einigermaßen zeitgemĂ€ĂŸen Duschen und WC, aber ansonsten kĂŒmmert sich die Besitzerin leider gar nicht um den Platz und alles sieht recht „vergammelt“ aus. Wir blieben nur eine Nacht und wĂ€ren dort auch gar nicht hin gefahren, wĂ€ren auf dem stĂ€dtischen Stellplatz noch PlĂ€tze frei gewesen. Den gibt es dort auch, aber er war komplett belegt. Womit der Campingplatz allerdings punkten kann ist seine Lage -wirklich einmalig mit direkter Verbindung zum Strand – und sehr großzĂŒgigen PlĂ€tzen, die man sich selbst aussuchen darf.

LÀnger als einen Tag wollten wir uns in Concarneau nicht aufhalten und legten noch abends unsere nÀchsten Tagesziele fest: Pont Aven und Carnac.

Was wir noch nicht wussten am Morgen: Carnac wird uns so gut gefallen, dass wir dort noch 5 Tage bleiben bis zum Ende unserer „Tour de France“.

Malerei von Gauguin: Die WĂ€scherinnen von Pont Aven

ZunĂ€chst aber zog uns „Pont Aven“ in seinen malerischen Bann. Dieser pittoreskte Ort heißt wie der Fluss, in dessen MĂŒndung er sich schmiegt. Pont Aven verdankt seine Bekanntheit Gauguin. Schlendert man an der Bucht entlang und ĂŒberquert ihre BrĂŒcken, dann ist es ein Leichtes, sich die von der Poesie dieser Landschaften und der Helligkeit des kleinen Hafens begeisterten KĂŒnstler vorzustellen.

Noch heute profitiert Pont Aven von der Malerschule Gaugains, die natĂŒrlich viele KĂŒnstler in den kleinen Ort lockte und deshalb berĂŒhmt wurde. Anscheinend ĂŒbt dieser schöne Ort auch noch heute auf viele KĂŒnstler eine gewissen Anziehungskraft aus, denn hier leben immer noch viele, auch wenn sie nicht mit Gaugain mithalten können, ausdrucksvolle schöne Bilder gibt es hier immer noch zu kaufen.

In Pont Aven gibt es aber nicht nur Kunst in vielen Varianten zu bestaunen, auch das WC befindet sich in einem außergewöhlich hĂŒbschen HĂ€uschen direkt am Fluss Aven gelegen. Ist schon ein echter Hingucker.

Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, wĂ€ren hier nicht auch in der Nachsaison noch viele Besucher, die alle auf den Spuren von Gaugain wandeln – genau wie wir. Aber es macht trotzdem Spaß die idyllischen Winkel und schönen HĂ€user zu fotografieren.

Hier könnte ich mir noch heute die „WĂ€scherinnen“ von Gaugain vorstellen

Hier seht ihr ziemlich deutlich, dass auf das schöne alte Kopfsteinpflaster fĂŒr die Autofahrer Asphalt aufgebracht wurde. Schade eigentlich! Aber die Zeit bleibt nicht stehen und die BedĂŒrfnisse der Bewohner Ă€ndern sich!

Wir entdeckten dann noch ein GeschÀft, das wirklich bis unter die Decke vollgestopft war mit Fisch- und Meerestieren-SpezialitÀten in der Dose.

Ich war völlig fasziniert und habe natĂŒrlich sofort eine Auswahl gekauft.

Hier die „Sardinen“ – Auswahl. Liebevoll gestaltete Dosen in HĂŒlle und FĂŒlle.

Mit etlichen Dosen im GepĂ€ck bzw. im Wohnmobil nahmen wir Abschied vom schönen StĂ€dtchen „Pont Aven“ und bereiteten uns mittels ReisefĂŒhrer auf „Carnac“ vor.

Der Ort Carnac im SĂŒden der Bretagne ist wegen der berĂŒhmten prĂ€historischen Steinfelder eine vielbesuchte Attraktion. In einem Radius von 7 Kilometern um die kleine Stadt in der NĂ€he der KĂŒste stehen als Zeugnisse der sogenannten Megalithkultur zahlreich Menhire, GrabstĂ€tten und Dolmen.

Was es damit auf sich hat, darĂŒber berichte ich im nĂ€chsten Beitrag, denn in Carnac „blieben wir hĂ€ngen“, so gut gefiel es uns dort. Unser Campingplatz „Men du“ war neu, sauber und ĂŒberschaubar. Was wir aber zuerst bestaunten in Carnac waren die berĂŒhmten „Hinkelsteine“, die Carnac berĂŒhmt gemacht haben.

Heute ist ein Tag vor „Heilig Abend“ Allen, die mir immer wieder ein DĂ€umchen nach oben oder Feedback geben, wĂŒnsche ich auf diesem Weg ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und einen guten, gesunden Start ins neue Jahr 2019.

Herzlichst ☌Sigrid☌


6 Gedanken zu “Perlen der Bretagne: Concarneau, Pont Aven und Carnac

  1. Hallo Sigrid, eine schöne Tour habt ihr beide da hingelegt. FĂŒr die wirklich interessanten Schilderungen und Beschreibungen hast du dir viel MĂŒhe gemacht, vielen Dank. Ja das mit den CampingplĂ€tzen ist halt immer GlĂŒcksache, hinterher ist man schlauer und wĂŒrde es anders machen, das geht jeden so.
    WĂŒnsche euch beiden besinnliche und ruhige Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr.
    Liebe GrĂŒĂŸe Wolfgang

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    1. Hallo Wolfgang, grade eben habe ich noch etwas „herum korrigiert“. Deshalb lese ich deinen Kommentar und freue mich, dass dir meine Beschreibung gefallen hat. Ja, dieser Campingplatz war ein Hereinfall und zudem habe ich mich nach dem Duschen auch noch verlaufen, weil da gibt’s nachts kein Licht, alles sieht gleich aus …… Bin auf dem riesigen Platz „herum geirrt“ und Dank Taschenlampe fand ich dann auch unser WoMo wieder. Das war wirklich ziemlich blöd. DafĂŒr haben wir in Carnac so einen schönen, sauber Campinplatz gefunden, dass wir gleich die restliche Woche dort geblieben sind, aber hauptsĂ€chlich weil es dort so viel zu sehen und entdecken gab und wir zum Ende hin (3 Wochen) einfach mal nur entspannen wollten.
      Euch auch ein frohes Fest und ruhige, gemĂŒtliche Tage bis Silvester. Die verbringen wir im OberpfĂ€lzer Wald und feiern dort auch Silvester. Kurzreise mit Bus ist dieses Mal angesagt. Mach wir gerne mal! Einen guten Rutsch und liebe GrĂŒĂŸe, Sigrid

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  2. Vielen Dank fĂŒr den tollen Bericht!😀 Sehr interessant. Wir wĂŒnschen euch ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! LG und bis bald Jule und ihre Dosenöffnern 😀

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