Jagsttal-Radtour: Kloster Schöntal ~ Krautheim

Genau vor einer Woche – also mit einem Tag Pause – radelten wir wieder und zwar eine Etappe auf dem Jagstal-Radweg.   Ihr wisst ja schon, dass dies der Zwillingsfluss des Kocher ist und eine Karte sowie weitere Beschreibungen findet ihr dazu in meinem letzten Beitrag Startschuss: Rad-Touren-Saison 2018.

Schöntal-Krautheim

Das Kloster Schöntal ist der ideale Startpunkt, denn das ehemalige Zisterziensterkloster, im Jahre 1157 von den Maulbronner Mönchen gegründet, ist heute ein Anziehungspunkt erster Güte oder man könnte auch sagen „Hotspot“, denn bei schönem Wetter sind dort sämtliche Parkplätze überbelegt. Ob Cabriofahrer, Motorrad- oder Radfahrer, aber auch Wanderer – viele zieht es hierher, denn die Umgebung ist einfach traumhaft schön und die Barockkirche ist ein Kunstwerk. Der Gasthof Post, gleich neben dem Kloster,  ist weit über die Grenzen hinaus bekannt und auch wir waren dort mindestens einmal im Monat essen und/oder haben dort unsere Familienfeiern abgehalten.  Es gibt dort nicht nur unzählige Wandermöglichkeiten,  sondern auch ein Wehr in der Jagst, wo wir früher oft baden und schwimmen waren und eine große Wiese für Sonnehungrige mit Grillstation.  Außerdem gibt es einen sehr schönen Rundweg zur Wallfahrtskirche Neusass und dem Kreuzberg oberhalb des Klosters.  Gut und gerne hält man es dort auch mehrere Tage aus, denn es werden auch Kanus vermietet, um auf der Jagst die wunderbare Stille zu genießen.

Wer sich interessiert klickt einfach oben auf den Link. Dort findet ihr alle Informationen. Heute ist das Kloster ein Bildungshaus mit vielen Angeboten.

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Eingang Barockkirche
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Blick in die Kirche – Deckenmalerie – Fotoquelle/Copyright by Holger Uwe Schmitt

Hier eine Aufnahme aus dem Klostergarten in Richtung Klosteranlage

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Hier eine Aufnahme bereitgestellt von http://www.schoental.de, wo das Kloster in seiner ganzen Größe zu sehen ist.

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Falls ihr irgendwann mal dort in der Nähe seid,  nehmt euch die Zeit und fahrt ins Jagsttal.  Vielleicht kennt ihr ja die Burgfestspiele von Jagsthausen und von dort ist es nicht weit bis zum Kloster Schöntal.  Das Programm der Freichlichtspiele findet ihr im Internet.  Ich habe mir jedenfalls schon Tickets für das Musical „Hair“ besorgt im Juli 🙂

Von Möckmühl bis Dörzbach gab es bis vor rund 20 Jahren eine etwa 40 Kilometer lange Schmalspurbahn. Noch nie habe ich so eine idyllische Bahnfahrt erlebt wie mit diesem „Bähnle“.  Nur wenige Meter von der Jagst entfernt, manchmal mitten durch den Wald, dann wieder über kleine Brücken und über Wiesen führte diese Bahn, die leider irgendwann stillgelegt wurde.  Heute sind nur noch die Schienen erkennbar und in Bieringen stehen überall alte Waggons herum, ebenso im ehemaligen Bahnhof Schöntal.

Hier fuhr die Jagsttalbahn:

Strecke Jagsttalbahn

Ich habe euch eine Diashow erstellt von meinen Fotos und wer sich dafür interessiert findet auch im Internet und auf Youtube noch Filmchen und Informationen über die Jagsttalbahn. Meine Fotos stimmen wehmütig und passen zum Motto „Lost Places“, was sonst gar nicht „meins“ ist, aber in dem Fall fand ich die Motive reizvoll. Vermooste Schienen, Waggons mit Aufdrucken von Firmen, die es gar nicht mehr gibt, halb zerfallene Bahnbrücken.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Jagstal-Radweg läuft fast parallell zum ehemaligen Schienenstrang, weshalb ich auch öfter abgestiegen bin, um dies zu dokumentieren.  Leider gab’s unterwegs überhaupt keine Einkehrmöglichkeit, so dass wir in Krautheim kehrt machten und wieder zurück zum Kloster Schöntal radelten, wo wir uns ein leckeres Eis im Kloster-Café gönnten, das natürlich restlos überfüllt war an so einem sonnigen Tag.

Ihr merkt schon, die Gegend rund um Schöntal ist mir sehr ans Herz gewachsen, denn dort war ich sehr oft mit der Familie und wir haben dort herrliche Stunden verbracht.  Nun wohne ich wieder in der Nähe und eine Fahrt dorthin lohnt sich wirklich IMMER.

Unterwegs begegneten wir noch Meister Adebar, der wohl auf Beutesuche war.  Er stand weiter weg von uns, so dass ich ihn stark heran zoomen musste.  Also bitte ich um Nachsicht, denn ohne Stativ ist es manchmal schwierig mit der Schärfe.

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Und so schön ist das Jagstal:

Die Strecke zwischen Schöntal und Krautheim ist hügelig und erfordert etwas mehr Kondition als die letzte Tour. Oft liegt die Jagst weit unter uns im Tal, aber das Jagsttal ist weit und sehr beschaulich.  Unterwegs finden wir keinen Biergarten, keinen Gasthof, aber einen Hinweis auf eine Hofmolkerei.  Wir verlassen den Radweg und machen einen kleinen Abstecher, denn die Molkerei hat auch sonntags geöffnet.   Wir kaufen Bananen- und Schokomilch je 1/2 Liter und zwei Joghurts.  Löffel liegen bereit,  eine Kasse bittet um den ehrliche Kunden.   Wir zahlen 4,20 € und genießen auf einer Bank die frische Milch mit Blick auf die Kühe und viele Kälber.  Einfach nur schön!

Insgesamt waren es dieses Mal nur rund 35 Kilometer, aber die waren anstrengender als die Tour im Kochertal.   Der Abschluss im Klostercafé bzw. auf einer Bank vor dem Café in der Sonne mit köstlichem Eis lohnt jede Anstrengung.

Wenn das Wetter so bleibt, werden wir 2018 noch viele, viele Radtouren unternehmen können und ich liebäugle sehr mit einem E-Bike, das hier im Hohenlohischen sehr hilfreich wäre.  Schau’n m’r mal!

Ich wünsche euch eine gute und schöne neue Woche!

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Wiesenschaumkraut – fotografiert in Forchtenberg am 15.4.2018

 


9 Gedanken zu “Jagsttal-Radtour: Kloster Schöntal ~ Krautheim

  1. ach, diese alten schmalspurbahnen. hier bei uns im fernen osten sind noch einige in betrieb. wenn ich mit den dingern fahre, ist es wie eine zeitreise in meine eigene vergangenheit. warum packt einen dabei immer eine gewisse wehmut? natürlich noch viel mehr wie bei solchen wie die von dir beschriebene, wo nix mehr fährt, wo man sich manchmal schon wie ein archäologe vorkommt, der verkehrswege von vorgestern ausbuddeln will.
    schöne tour muss das gewesen sein. allerdings trifft das aus meiner sicht auf alle deine touren zu. manche würd ich gern selber mal ausprobieren. mal sehen, ob es irgendwann klappt…
    beste grüße
    peter

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    1. Ja, wäre eine Fundgrube für dich.
      Aber ohne Rad eine lange Strecke. Die Fotos habe ich an vielen Stellen aufgenommen entlang der Strecke. Immer wieder angehalten und ab gestiegen. Dieses Bähnle wäre ideal als MuseumsBahn, aber die Gemeinden haben nicht an einem Strang gezogen. Sehr,sehr schade. Liebe Grüße Sigrid

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      1. In Dörzbach selbst gibt es glaube ich viel zu sehen von der Bahn. Dort gibt es auch einen Verein, der dort den Bahnhof wieder in Stand gesetzt hat und eine kleine Teilstrecke wieder herstellen will. Vielleicht gäbe es dort viele Motive für dich.

        Falls es dich also mal hier her verschlägt – ins Kocher- oder Jagsttal, dann gib mir Bescheid! Allerdings ist das ja nicht grade in deiner Nähe!

        Viele alte Gleise und Waggons gibt es allerdings in Bieringen. Von dort kann man auch ein Stück am Radweg entlang gehen – immer neben den Gleisen. Der Bahnhof Bieringen ist auch ein „Lost Place“ – also ganz nach deinem Geschmack. Dies nur noch zu deiner Info.

        Die hier sind in Dörzbach: http://www.jagsttalbahn.de/index0.html?&no_cache=1

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