„D’r Bäsa“ ♡ ein Stück Heimat

Inzwischen wohne ich wieder in der „alten Heimat“, was bei mir so viel bedeutet wie „do wo schwäbisch g’schwätzt“ wird.  Aber nicht nur das,  im Ruhrpott vermisste ich oft auf unseren Spaziergängen und Radtouren Streuobstwiesen,  Weinberge, sanfte Hügel, kleine Dörfer, Weinfeste,  einladende Gasthäuser mit leckerem Essen und die von uns – für Treffen mit Freunden und Bekannten – sehr geschätzten „Bäsewirtschafta“.   Wer sie nicht kennt aus eigener Erfahrung, dem ist es schwer zu erklären, was dort los ist und warum wir dort alle gern hingehen.  Man muss es einfach erlebt haben.

Meistens fällt zuerst der „Bäsa“ – also Besen auf, der den Weg zur Besenwirtschaft weist.  Oft steht allerdings auch nur ein Hinweisschild am Wegesrand.   Ab 11 Uhr kann man dort einkehren und es sich gut gehen lassen.

Dort wird nicht alleine an einen Tisch gesessen, nein man setzt sich dazu,  schwätzt mit, macht Platz für noch mehr Leute, rückt eng zusammen, erzählt, isst und trinkt ein gutes Viertele – meistens zu sensationell günstigen Preisen.  „Bäsa“ sind beliebt bei jung und alt.  Die „Alten“ kommen schon mittags, die „Jungen“ nach der Arbeit, also so ab nachmittags.  Dann ist der „Bäsa“  rappelvoll und es herrscht ein Geräuschepegel, den ich lieber nicht messen möchte.

Manche Besen bieten inzwischen oft ein reichhaltiges Speisenangebot, einschließlich Rostbraten mit Soß‘ und Brot außer den typischen „Bäsa-Essa“, aber es gibt sie noch, die Besen, die wirklich nur die typischen Besengerichte anbieten.  In so einem waren wir kürzlich und es war wirklich sehr unterhaltsam dort.  Eigentlich dürfen im „Bäsa“ nämlich wirklich nur einfache Speisen angeboten werden und deshalb stehen solche Spezialitäten wie Rostbraten oft nur an einem Tag auf der Speisekarte.

Zur Information ein Auszug aus der Stuttgarter Zeitung:

Stuttgarter Besenwirtschaften: Das kleine Besen-Einmaleins – Essen …

01.03.2013 – Er zählt die rechtlichen Rahmenbedingungen für Besen auf: „Besenwirtschaften dürfen maximal vier Monate im Jahr geöffnet sein und das verteilt auf höchstens zwei Zeitabschnitte … „Außerdem darf die Besenwirtschaft maximal 40 Sitzplätze haben und nur kalte oder einfach zubereitete Speisen anbieten.

Falls ihr also mal hier in der Gegend seid, dann schaut rein in den Besenkalender  oder ladet euch die gleichnamige App aufs Smartphone, falls ihr länger verweilt.

Hier mal die Ansicht, was es zu essen und trinken gibt und was das alles kostet.  Der „Häldener Bäsa“ hat aber wirklich noch Preise wie sie auch hier nicht mehr häufig zu finden sind.  Meistens kostet das Viertele hier auch schon um die 2,20 Euro.  Aber das ist ja immer noch sehr günstig!

Also ihr merkt schon,  eine Rückkehr in hiesige Gefilde war unumgänglich und wurde von mir herbei gesehnt.   Ein paar Jahre Ruhrpott und Großstadt haben mir gereicht, um unsere hiesige schöne Landschaft, die gute Luft und überhaupt alles noch mehr zu schätzen!  Meine Großstadtzeit habe ich trotzdem genossen, viele nette Menschen und viele grüne Oasen kennen gelernt.  Das Revier ist ganz schön grün, aber Weinberge sind halt noch mal was ganz anderes 😉

☼ Habt ein schönes Wochenende ☼ und die bösen Grippeviren mögen doch bitte einen großen Bogen um euch machen 🙂 egal wo ihr auch immer wohnt!


35 Gedanken zu “„D’r Bäsa“ ♡ ein Stück Heimat

    1. Hallo Klaus,
      schön wär’s! Aber hier ist es eisig kalt und es weht ein richtig frostiger Wind. Der Frühling will einfach nicht aus den Startlöchern. Im „Osten“ ist es ja noch schlimmer. In Leipzig musste wohl der Bahnhof wegen Schnee geschlossen werden. Dir trotzdem ein schönes Wochenende. Gruß Sigrid

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    1. Also so würde ich es nicht direkt sehen, denn ich würde noch viel lieber in Italien wohnen – wo es auch schöne Weingegenden gibt – aber es ist so schwierig dann Kontakt zu halten zu Familie, Freunden, Bekannten. Ich fühle mich halt in dieser Art von Landschaft sehr wohl und der Südwesten ist ja auch bekannt für die gute Küche! Wo es guten Wein gibt, wird meistens auch sehr gut gekocht und seit ich 10 Jahre woanders gelebt habe, weiß ich, dass das absolut zutrifft. In der Toskana zu leben oder Cinque Terre wäre nur dann möglich, wenn ich mich ganz schnell von hier nach da „beamen“ könnte. Denn was nützt die schönste Landschaft, wenn die Freunde und die sozialen Kontakte (in unserem Alter sehr wichtig) so weit weg sind. Einen schönen Abend wünsche ich dir. Liebe Grüße, Sigrid

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      1. Oh wie schön! War auch schon dreimal da und ist immer wieder faszinierend! Italien eben ….. Habe grade ein über 1000-seitiges Kochbuch geschenkt bekommen – ausschließlich ital. Küche. Ein wenig „Italien“ für zu Hause.

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  1. Danke für deinen interessanten Beitrag. Ich kannte es bis dato tatsächlich noch nicht. (Gibt es sowas auch in Thüringen??) Und wie ich den Kommentare entnehme: das gibt es jedenfalls auch woanders. 👍🏻
    Mich erinnert das sehr an die Marktfeste in Frankreich und Italien… ich habe es geliebt. 😊

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      1. Hallo Sigrid,
        ich bin ja auch kein Nordbayer deshalb darf ich hier mal ein wenig Wikipedia zur besseren Erklärung zitieren: Der Zoigl (auch Zeugl) ist ein untergäriges Bier, das vor allem in der nördlichen Oberpfalz verbreitet ist und von Privatpersonen gemeinschaftlich gebraut wird. Das Zoigl Bier wird nur in einem bestimmten Turnus ausgeschenkt. Ist der Brauberechtigte gerade an der Reihe, zeigt er dies an, indem er eine Stange mit dem Zoiglstern aus dem Giebelfenster seines Hauses heraushängt. Eine kleine Brotzeit gibts meistens auch.

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      2. Ach so! An Bier habe ich gar nicht gedacht als ich Zoigl hörte. Ich bin absolut keine Biertrinkerin, wenn ich auch auf Radtouren ab und an ein Radler oder einen „Russ’n“ trinke 🙂 – halt gegen den Durst. Wir wohnen ja gar nicht mal so weit weg von Nürnberg, jedenfalls nahe der A6. Falls ich mals eine Stange rausragen sehe irgendwo, dann wird mir deine Erklärung einfallen! Liebe Grüße und danke für die Aufklärung! Sigrid

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  2. Die Bäsa Wirtschaften kenne ich natürlich auch. Bei uns in der Gegend geht man da ins Remstal ! Ich persönlich bin nicht so ein Fan davon weil ich ein reiner Biertrinker bin und Wein ist nicht so meins ! Dies ist aber auch der einzige Grund ! Der Bekanntheitsgrad und die Nachfrage ist schon riesgengroß hier ! Ich wünsche dir ein schönes Wochenende noch !

    ps: Rostbraten mit Brot und Soß hat natürlich was ! Richtig lecker !!!!

    LG Manni

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    1. Also als Dortmunder ist mein Mann eigentlich auch überzeugter Biertrinker, aber tatsächlich ist er inzwischen auch großer Besenfan, denn abends zum Essen trinken wir oft ein Glas trockenen Rotwein. Ist ja auch gesund! Eigentlich trinkt er nur noch Bier, wenn der BVB spielt und ansonsten ist er zum TL-Fan geworden. Hätte er von sich selbst NIE NIEMALS gedacht, aber es ist nun mal so! Sag also niemals nie, wer weiß, ob du nicht auch noch den Wein schätzen lernst! 🙂 .-) Schöne Woche Manni, Sigrid

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      1. Dortmund hat natürlich auch ein gutes Bier. Was ist nicht verstanden habe TL Fan was ist das ?
        Ich vertrage die Säure nicht im Wein und hatte da mal eine nicht so gute Erfahrung ! Egal ! Im Raum Heilbronn gibt es natürlich edle Tröpfchen und der Württemberger allgemein ist ja schon bekannt. Gute Woche Sigrid !!!

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      2. TL bestellen und du bekommst einen Trollinger-Lemberger. Sicher einer der beliebtesten Rotweine hier! Ich denke mal, dass die Württ. Weine heutzutage ganz anders ausgebaut werden als früher. Da gibt es sehr gute Tropfen und ein Samtrot ist ja so mild und vollmundig. Da haben wir grade eine Spätlese erstanden! …. Na ja, vielleicht kommst du ja doch noch auf den Geschmack – z.B. zu einem guten Essen! Früher waren die Württemberger oft wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, aber die jungen Winzer haben da viele neue Ideen für ihre Weine. Viele Grüße zurück! Jetzt ist finito. Gestern Fitnessstudio, heute Zumba-Kurs. Jetzt müssen mal die Beinchen hoch aufs Sofa! Bin ja schließlich nicht mehr die Jüngste! Herzliche Grüße zurück!

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      3. Ja, was soll man denn auch sonst machen? Stress ist es nicht, aber manchmal lästig, gebe ich zu, aber ich weiß auch, dass ich nur so fit bin, weil ich was dafür tue! Wenn ich andere in meinem Alter anschaue, dann weiß ich, dass es nötig ist und ich will mich „gut“ fühlen, also noch viel machen können! Lange Radtouren, Wanderungen usw. sofern mein Kniegelenk das zulässt -oder ein neues muss her 🙂 – denn was ist das Leben wert, wenn man nur noch zu Hause sitzen kann. Das würde mich total fertig machen. Dafür bin ich überhaupt nicht der Typ. Also raffe ich mich auf und bewege mich! Und der Rücken ist ja besonders wichtig. Habe ich zwar null Probleme mit, aber jeder hat halt so sein eigenes „Zipperlein“. Also bleiben wir in Bewegung!

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      4. Wenn man nichts macht rächt sich das irgendwann. Ich bin das beste Beispiel ! Wie gesagt derzeit gehe ich 2 x pro Woche ins AOK Sportcenter. Habe 35 x verschrieben bekommen wegen dem Rücken jeweils 1 Std. ! Ist eigentlich ganz OK und lässt sich auf dem Rückweg von der Arbeit gut verbinden ohne Aufwand. Hoffe es schlägt auch an !!!! Jetzt fängt ja langsam auch die wandersaison an und das heißt es wieder viel laufen !!!! LG Manni

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      5. Stimmt. Wir versuchen ja auch alles zu Fuß zu gehen, zu wandern, Rad zu fahren, aber tatsächlich ist so ein Training an Geräten oder unter Anleitung noch mal was anderes. Kraft und Muskeln trainiere ich im Studio! Die Muskelkraft ist nämlich auch sehr wichtig im Alter! Gerade auch Beinmuskeln, Rückenmuskeln. Ich will das auch beibehalten. Übrigens hat mein Mann einen Kurs an der VHS belegt: Faszientraing meets Yoga! Das ist für ihn totales Neuland – dieses Dehnen und bearbeiten von Muskeln, von denen du bisher nix gewusst hast 🙂
        Aber er findet es gut. Alleine würde er sowas NIEMALS machen. Ich habe meinem Blog ja auch nicht umsonst den Titel gegeben. Gerade in höherem Alter wird’s immer wichtiger! In diesem Sinne ….. gute Genesung für deinen Rücken!

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  3. Bei uns heißen die Straußwirtschaft oder Gutsausschank und ich liebe sie auch sehr. Sie gaben meist nur 4 Tage von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und es gibt immer leckeres Essen zu günstigen Preisen und die Portionen sind riesig.
    Ich liebe das sehr. In meiner nordhessischen Heimat hingegen wäre es undenkbar, dass man sich bunt gemischt an die Tische setzt. Da geht man wieder selbst wenn an jedem Tisch nur 1 Person hockt.
    Gestern war ich hier in London im Pub zur Feierabendzeit und da herrschten ähnliche Zustände, was den Geräuschpegel angeht. Aber es ist so gemütlich.
    LG Liane

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