Gehirntraining auf „zwei Rädern“

Studien haben herausgefunden, dass regelmäßiges Rad fahren ausreicht, um die Konzentration des für die Produktion neuer Nervenzellen verantwortlichen Botenstoff BDNF (Brain-Derived-Neurotrophic-Factor) bedeutsam zu steigern.   Das konnte bereits nach 12 Wochen an Probanten nachgewiesen werden.  Hurra, da habe ich doch in den letzten Jahren einiges dafür getan, die Botenstoffe zu unterstützen, die so wichtig sind für unser Gehirn!

Gehirn-Hantel (1)
© Fotoquelle: NeuroNation

Und woher ich das weiß? 

In meinem Beitrag Fitness für den Kopf  habe ich schon einmal über NeuroNation berichtet, denn dort trainiere ich online mein Gehirn.   Nun habe ich kürzlich einen sehr interessanten Artikel gelesen, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

 

Gehirntraining auf zwei Rädern – erschienen bei © 2017 NeuroNation:

Dass regelmäßige körperliche Bewegung gesundheitliche Vorteile hat, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Insbesondere das Herz-Kreislauf-System profitiert von sportlicher Betätigung. Doch auch für die Hirngesundheit besitzt Sport eine segensreiche Wirkung, wie wir an dieser Stelle bereits erklärt haben. Die gesundheitlichen Vorteile von Sport auf das Gehirn lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Sport fördert die Produktion neuer Nervenzellen1. Neurogenese: Anders als bis noch vor einigen Jahrzehnten angenommen, ist auch das erwachsene Gehirn sehr wohl in der Lage, neue Nervenzellen zu produzieren, wenn auch in eingeschränktem Maße. Die Entstehung neuer Nervenzellen – auch Neurogenese genannt – wird wiederum durch den Botenstoff BDNF begünstigt. Durch körperliche Betätigung wird BDNF wiederum in höherem Maße produziert, was die Entstehung neuer Nervenzellen begünstigt.
2. Herz-Kreislauf-System: Schlaganfälle stellen eine der gravierendsten und am häufigsten vorkommenden Gefahren für die geistige Leistungsfähigkeit dar. Alles, was das Schlaganfallrisiko senkt, ist auch im Kontext der Hirngesundheit zu begrüßen. Wie oben beschrieben, wirkt sich Sport günstig auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus und ist insofern auch gut für das Gehirn.

Untersuchung der Art und Dauer der körperlichen Aktivität

Doch wie viel Sport ist nötig? Und welche Art von Sport ist am effektivsten? Diesen Fragen gingen nun zwei Studien nach. Die eine wurde in Taiwan durchgeführt, die andere in den Niederlanden. In der niederländischen Studie erhielten Studienteilnehmer ein Fitnesstraining, das hauptsächlich aus Fahrradfahren auf einem stationären Fahrrad bestand [1]. Studienteilnehmer trainierten über einen Zeitraum von 6 Monaten wöchentlich eine Stunde lang. Vor und nach den 6 Monaten untersuchten die Wissenschaftler die Gehirne der Studienteilnehmer mittels DTI (Diffusion Tensor Imaging), einem neuartigen bildgebenden Verfahren. Als Vergleich diente eine Gruppe, die in den 6 Monaten kein Fitnesstraining erhielt. Die Ergebnisse zeigen, dass regelmäßiges Radfahren zu einer Stärkung der Verbindungen der Nervenzellen im Gehirn führt. Diese Veränderungen waren insbesondere in den Regionen zu beobachten, in denen Bewegungen koordiniert werden.

Steigerung der BDNF-Konzentration

Doch wie verhält es sich mit der Steigerung der Produktion des oben erwähnten Botenstoffes BDNF? Um diese Frage zu beantworten, führten taiwanesische Wissenschaftler ein Experiment durch, in dem wiederum Fahrräder zum Einsatz kamen [2]. In der Studie erhielten Studienteilnehmer ein zwölfwöchiges Fitness-Training, dass aus Radfahren auf einem stationären Fahrrad bestand. Nach den zwölf Wochen wurde sowohl die Muskelmasse, als auch die BDNF-Konzentration gemessen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Training sowohl die Muskelmasse, als auch die BDNF-Konzentration (verglichen mit der Konzentration vor Trainingsbeginn) steigern konnte. Das regelmäßige Radfahren reichte folglich aus, um die Konzentration des für die Produktion neuer Nervenzellen verantwortlichen Botenstoff BDNF bedeutsam zu steigern.

Fahrradfahren: Training für jeden

Wieso sind diese Ergebnisse so wichtig? Sie zeigen, dass es nicht unbedingt nötig ist, eine teure Mitgliedschaft in einem Fitness-Studio zu bezahlen, auch müssen Sie nicht für einen Marathon trainieren, um Ihrem Körper und Gehirn einen Gefallen zu tun. Es reicht schon, wenn Sie regelmäßig das Auto in der Garage stehen lassen und anstelle dessen das Fahrrad benutzen. Auch verdeutlichen die Ergebnisse, dass eine Trennung von Körper und Geist wenig sinnvoll erscheint und beide Systeme enger miteinander verbunden sind, als früher einmal gedacht.

Wer also regelmäßig Rad fährt trainiert nicht nur die Ausdauer, Muskeln, Gleichgewichtssinn, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen vor, nein, er tut auch gleichzeitig etwas für seine Hirngesundheit.  Ach, das ist doch mal eine tolle Nachricht.

Viel Spaß also beim Rad fahren.  Und wer sein Gehirn bzw. die Produktion der Botenstoffe noch mehr auf „Trab“ bringen will, kann sich ja mal auf ein Einrad wagen.  Eine echte Herausforderung, oder?

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Ein schönes, langes Wochenende wünsche ich und wie wäre es mit einem schönen 1.-Mai-Ausflug mit dem Rad?   Wir jedenfalls werden im schönen „Kochertal“ radeln zusammen mit Freunden, denn wir sind mal wieder eine Woche in der Nähe von Heilbronn, genauer gesagt in Weinsberg, um „Heimatluft“ zu schnuppern   😎  Wenn das Wetter es denn zulässt.

Herzlichst

☼Sigrid☼

 

 

 

 

 

 


20 Gedanken zu “Gehirntraining auf „zwei Rädern“

    1. Oh ja, Abwechslung oder Unvorhergesehenes beansprucht das Gehirn natürlich auch. Ich bin ja kein „Hirnspezialist“, aber der Gedanke, dass wichtige Botenstoffe produziert werden, die wichtig für unser Gehirn sind während des Radfahrens, ist einfach toll. Heute Abend werde ich mal mit „links“ die Zähne putzen und mich dabei im Kreis drehen 😂😂😂Liebe Grüße! Sigrid

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  1. Okay, alles klar. Und wie verhält es sich mit den E-bikern? Die schummeln doch. Die werde ich dann mit 95 Jahren beim Hallenhalma fertig machen. 😂😂😂😂😂😂
    Ein schönes Radl-Wochenende wünschen wir.

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    1. Du stellst aber Fragen 🙂 Aber mal im Ernst, ich vermute mal, es geht um das Zusammenspiel von Ausdauer, Kraft, Koordination, Balance, die für die positive Wirkung verantwortlich sind. Dabei wird es wohl egal sein,ob mit oder ohne „Unterstützung“ – Hauptsache wir haben Spaß 😂😂😂😂😂😂 Gerade habe ich gelesen, dass es am 1. Mai regnen soll! Dann müssen wir halt eine kleine Wanderung machen zu einem Fest! LG

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    1. Oh ja, ich schaue jeden Abend SWR Landesschau und habe gesehen, dass es noch Schnee hat in manchen Regionen. Ich vermute mal, dass jede Art von Sport positive Wirkungen hat 😂😂😂😂😂😂 und du bist doch sehr fleißig, was das angeht. Liebe Grüße! Sigrid

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  2. Cool war mir auch nicht bekannt ! Wird dann höchste Zeit dass auch ich mich mal wieder auf den Drahtesel schwinge ! Vielleicht bin ich auch deshalb in letzter Zeit ein wenig vergesslich geworden ! Das Fahrradfahren fehlt !!!

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß im Kochertal !!!! LG Manni

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