3 Tage – 5 StĂ€dte – 1000 😅 EindrĂŒcke

Tag 10 bis 12  unserer WoMo Reise in den „Osten“ –  September 2016 – das Ende in Sicht und noch so viel vor!

Über Freyburg, Naumburg, Bad Sulza und Weimar nach Bad Langensalza

„Hör mal, es ist Regen fĂŒr die letzten Tage unserer Reise angesagt“! Was?  Das gibt’s doch nicht, aber fĂŒr die Heimfahrt hatten wir – mit Umwegen und Abstechern – drei Tage vorgesehen und warum nicht mal fĂŒr „drinnen“ etwas planen.

„Du, ich hab‘ da eine Idee!“ Auf unserem RĂŒckweg lagen etliche Orte mit einem „Bad“ im Ortsnamen.  „Was hĂ€ltst du denn davon, wenn wir uns mal total entspannen und uns MĂŒĂŸiggang erlauben und nach einer schönen Therme Ausschau halten?“  Über das Wetter beschweren konnten wir uns beim besten Willen nicht.  Fast zwei Wochen nur Sonne und sommerliche Temperaturen und das Ende September.  Wir fragten also eine bekannte Suchmaschine und wurden gleich zweimal in ThĂŒringen fĂŒndig und da wollten wir hin: In Bad Sulza gibt es die Toskana Therme und in Bad Langensalza wartet die Friederiken Therme  auf GĂ€ste. Sollte es also tatsĂ€chlich ungebetenerweise regnen wollen, stand Plan B fest.

Wir starteten also am 28.9. in Senftenberg in Richtung Bad Sulza, allerdings nicht ohne vorher einen Abstecher nach Freyburg und Naumburg. Beide Orte liegen in Sachsen-Anhalt im Burgenlandkreis.  Aus Freyburg kommt ĂŒbrigens der bekannte RotkĂ€ppchensekt, der nach dem Mauerfall auch hier bei uns im Westen einen wahren Siegeszug angetreten hat.  Ich wollte auch mal eine Weinregion besuchen! KĂŒrzlich habe ich ja aus meiner Heimat  Heilbronner Land berichtet mit schönen Fotos der Weinberge.

FREYBURG

Aber nicht abschweifen:  Freyburg ist ein hĂŒbsches StĂ€dtchen an der Unstrut.  Entlang dieses Flusses lĂ€sst sich herrlich radeln auf dem Unstruttal-Radweg.  Der Unstrutradweg begleitet die Unstrut auf ihrem ca. 190 km langen Weg von der Quelle im Eichsfeld durch das ThĂŒringer Kernland, die KyffhĂ€userregion und das sĂŒdliche Sachsen-Anhalt bis zur MĂŒndung in die Saale bei Naumburg.  Mit etwas mehr Zeit „im GepĂ€ck“ wĂ€ren wir diesen Radweg gerne gefahren.

Hier zeige ich euch einige  Fotos aus Freyburg/Unstrut.  Die Wolken hielten glĂŒcklicherweise „dicht“, aber es war merklich kĂŒhler geworden und recht windig.

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Freyburg ist sehr ĂŒberschaubar, hat aber eine sehr imposante Stadtkirche St. Marien, die auch die kleine Schwester des Naumburger Doms genannt wird.

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Dieses Weinberg-HĂ€uschen zeugt von einer langen Weinbau-Tradition und ist vom Platz vor der Stadtkirche aus zu sehen.

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HĂŒbsche Motive gab es viele und diese gefielen mir besonders gut.

Da staunten wir nicht schlecht.  Uralte TĂŒr gesichert mit neuester Zahlenschlosstechnik.

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Das kĂŒhle Wetter waren wir gar nicht gewohnt, denn tags zuvor waren wir ja noch bei sommerlichen Temperaturen am Senftenberger See geradelt.  Also machten wir uns auf nach Naumburg.  Die TĂŒrme des Doms sind weithin sichtbar und die Stadt Naumburg liegt schön eingebettet in einer reizvollen Landschaft.

NAUMBURG

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Fotoquelle: Saale-Unstrut-Tourismus.de

Der heute evangelische Naumburger Dom St. Peter und Paul in Naumburg (Saale) ist die ehemalige Kathedrale des Bistums Naumburg und stammt grĂ¶ĂŸtenteils aus der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts. Er gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der SpĂ€tromanik in Sachsen-Anhalt und ist eine Station an der Straße der Romanik.  (Quelle und alle weiteren Informationen: Wikipedia)

Im Dom selbst durfte nicht fotografiert werden – nur gegen Entgelt und mit Genehmigung – aber ich entschloss mich, dieses Mal auf Fotos innerhalb des Doms völlig zu verzichten und mir in Ruhe alles anzuschauen.  Auch fĂŒr die Besichtigung des Doms wurde Eintritt genommen.  Wie ich feststellen konnte, hĂ€lt das sehr viele Besucher ab (kurz vor der Kasse Kehrtwende auf dem Absatz 😉) und das ist ja dann auch in Ordnung.   Wer wirklich Interesse hat, der zahlt gerne etwas, um die Erhaltung von Kirchen und anderen KulturdenkmĂ€lern zu unterstĂŒtzen.  Nach der Besichtigung des Doms schlenderten wir geradewegs in die gut erhaltene Altstadt mit sehr schönen HĂ€usern und erst kĂŒrzlich sanierten Fassaden.

Hier meine Fotogalerie.  Erstes Foto anklicken und VergrĂ¶ĂŸerungen anschauen.

Inzwischen war es so kĂŒhl geworden, dass wir unseren Kaffee und einen kleinen Snack lieber im CafĂ© einnahmen.  Endlich das richtige Wetter fĂŒr einen „Thermen-Tag“.   Beim „Clever“ angekommen gaben wir in unser Navi „Grenadierwerk Bad Sulza“ ein, denn dort sollte es WohnmobilstellplĂ€tze geben fĂŒr Thermen-Besucher.

BAD SULZA

Gegen Abend kam wir  in Bad Sulza an und „parkten“ auf  dem einem Wohnmobilstellplatz – schön gelegen mit Blick auf die Sonnenburg hinter dem alten Grenadierwerk.   Bad Sulza liegt in ThĂŒringen und gehört zum Weimarer Land.  Die Toskana Therma   scheint aber ziemlich bekannt zu sein, jedenfalls bei Wohnmobilisten, die von Therme zu Therme reisen. Davon gab es reichlich, aber fĂŒr mich war das neu.  Mit Ausblick auf eine Burg und in völlig ruhiger Lage ohne jeglichen Verkehr –  stand unser „Clever“ von oben gut beschĂŒtzt unter einem alten Baum. Beste Voraussetzungen fĂŒr guten Schlaf.

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Außer Montag von April bis November tĂ€glich geöffnet – das Grenadierwerk – umgeben von einer parkĂ€hnlichen Anlage.

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WĂ€hrend unseres kleinen Abendspaziergangs zur Therme, die wir uns schon mal von außen ansehen wollten, kĂŒndigte  ein herrliches Abendrot einen schönen, neuen Tag an und genau so sollte es eintreffen und unsere PlĂ€ne mal wieder ĂŒber den Haufen werfen.

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Der neue Tag begrĂŒĂŸte uns mit einem superschönen Sonnenaufgang und die Aussicht auf einen weiteren sonnigen Tag.  „Die Therme muss noch warten“ – darĂŒber waren wir uns sofort einig.  Sollten wir uns trotzdem noch Bad Sulza anschauen oder doch lieber die  Kultur- und UniversitĂ€tsstadt Weimar  ? fahren?

Weimar

Obwohl ich schon ein paar Mal in ThĂŒringen unterwegs war, hatte es bisher – aus mir völlig unerklĂ€rlichen ;-   –  GrĂŒnden nie geklappt mit Weimar. So war jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen, um dieser Stadt, die wie keine andere fĂŒr das Wirken von  GOETHE und SCHILLER  berĂŒhmt ist,  endlich mal einen Besuch abzustatten.

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Die beiden Dichter und Denker stehen natĂŒrlich vor dem Deutschen Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

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Goethe wurde als 26-jĂ€hriger an den Hof eingeladen und blieb fĂŒr immer dort und auch wir  haben Weimar sofort ins Herz geschlossen.  Eine freundliche, unaufgeregte, von jungen Leuten bevölkerte Stadt mit sehr viel Charme.  Wir hatten ja auch richtig GlĂŒck mit dem Wetter und bummelten durch die hĂŒbsche Altstadt mit vielen kleinenGeschĂ€ften, vor allem auch Buchhandlungen und ließen uns gerne in einem StraßencafĂ© mit Kaffee und Kuchen verwöhnen  wĂ€hrend wir einfach nur die Menschen beobachteten – ein herrlicher Zeitvertreib.  FĂŒr meine beiden  Freundinnen habe ich Gingko-Samen als Mitbringsel erstanden. Goethe hat mit seinem Gedicht Ginkgo biloba diesen fernöstlichen Baum bekannt wie keinen anderen fernöstlichen Baum. Deshalb gibt es Ginkgo-Samen ĂŒberall zu kaufen.  Vielleicht geht einer ja auf und gedeiht bald im Garten einer lieben Freundin ♄

„Ginkgo biloba“:

Dieses Baums Blatt, der, von Osten,
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie‘s den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen?
Das sich in sich selbst getrennt;
Sind es Zwei? Die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt.

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn;
FĂŒhlst Du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Wie ĂŒberall im Osten gibt es viele schöne alte HĂ€user und hĂŒbsche Fassaden, die vermutlich alle nach dem Mauerfall mit viel Aufwand saniert wurden. Da ist unglaublich viel Geld in die Hand genommen worden.  balkone

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Als mĂŒsste mir das jemand zweimal sagen 😋

schoko

Hier noch ein paar Tage zu verbringen hĂ€tte uns sehr gefallen, aber unsere Wohnmobilreisezeit war schon fast abgelaufen – nur noch ein weiterer Tag bis zur endgĂŒltigen Heimfahrt und so blieb uns nichts anderes ĂŒbrig als am spĂ€ten Nachmittag unseren Wohnmobilstellplatz in Bad Langensalza anzusteuern, denn wenigstens in einer Therme wollten wir gewesen sein.  Auch dort gibt es StellplĂ€tze fĂŒr Wohnmobile auf dem Parkplatz der Friederikentherme- Nachdem wir das erste Mal Keile benutzen mussten, um gerade zu stehen, was auch wunderbar klappte,  machten wir uns anschließend sofort auf in die Stadt um die warme Nachmittagssonne fĂŒr einen ausgedehnten Spaziergang im Rosen- und Japanischen Garten zu nutzen..

Der Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza mit ihren vielen schönen GÀrten, Parks und einer mittelalterlichen Altstadt widme ich einen extra Beitrag, weil mir dieses StÀdtchen sehr gefÀllt . Wie, noch nie etwas von Bad Langensalza gehört? Das allerdings möchte ich demnÀchst mithilfe schöner Fotos Àndern.

Es gibt also noch einen allerletzten Beitrag, der meine Reiseerlebnisse mit dem Wohnmobil beschließen wird.

Bis dahin, bleibt gesund gesund und genießt die Vorweihnachtszeit ⭐⭐

🎄  Sigrid 🎄

P.S. Einen sehr informativen Beitrag ĂŒber die Saale/Unstrut Region hat Anwolf verfasst. Wer mag, bitte hier Saale-Unstrut Region – mehr als RotkĂ€ppchen Sekt klicken!  Es lohnt sich.


19 Gedanken zu “3 Tage – 5 StĂ€dte – 1000 😅 EindrĂŒcke

    1. Oh ja! Wenn du auf meinem Blog „Wohnmobil“ unter SUCHE eingibst, erhĂ€ltst du sĂ€mtliche BeitrĂ€ge, die von unserer Wohnmobil-Reise „In den Osten“ erzĂ€hlen. Es war die erste Reise mit einem Wohnmobil und die erste Rundreise im Osten, allerdings war ich schon mehrmals in Dresden, Leipzig, ThĂŒringen …… Trotzdem, es war eine tolle Reise und Görlitz hat es uns sehr angetan – als Stadt – und zum Rad fahren das „Lausitzer Seenland“.

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  1. Liebe Sigrid,

    es macht richtig Spaß, eure Reise zu verfolgen. Und schön, dass ich durch deinen Bericht auch die InnenstĂ€dte von Freyburg und Naumburg kennengelernt habe. Wir waren Anfang des Jahres dort unterwegs. Allerdings sind wir gewandert und haben die StĂ€dte nur von den Weinbergen aus von oben gesehen. Ich war echt begeistert von dieser Region https://anwolf.wordpress.com/2016/04/13/saale-unstrut-region-mehr-als-rotkaeppchensekt/ . Ich bin gespannt, ob ihr wohl noch eine Therme von innen sehen werdet 😉

    Viele GrĂŒĂŸe von Andrea

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    1. Hallo liebe Andrea, habe bei meinem Beitrag unten noch einen Link eingefĂŒgt auf euren o.g. Beitrag! Wirklich eine super schöne Gegend dort und den Radweg wĂ€ren wir sehr gerne gefahren, aber wir hatten einfach zu wenig Zeit.
      Ja, wir waren in einer Therme – kommt dann im nĂ€chsten Beitrag – in Bad Langensalza. Hoffe, du hast nichts gegen den Link in meinem Beitrag. Wenn doch, bitte melden. Gruß Sigrid

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  2. Das waren jetzt auch fĂŒr mich 1000 😉 EindrĂŒcke. Ich kann mich nur wiederholen: Was gibt es im Osten noch alles zu entdecken und zu sehen. Saale-Unstrut-Weine sind mir ein Begriff. Wunderschön die alte HolztĂŒre mit einem Codeleser (oder wie das heißt) der Moderne. So verbinden sich Alt und Neu.
    LG und danke fĂŒr die vielen EindrĂŒcke,
    Ingrid

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    1. Ja, das finde ich auch. Ich kenne leider sehr viele „Ältere“, die gar nie im Osten waren und sich auch nicht drauf einlassen wollen, ihn zu entdecken. Meine Schwiegermutter war aus Dresden und ich war inzwischen ja auch schon drei Mal dort. Aber auch die lĂ€ndlichen Regionen, die ich in meinen BeitrĂ€gen beschrieben habe, sind wunderschön! Liebe GrĂŒĂŸe, Sigrid

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      1. Wir fahren immer ĂŒber Land, wegen der Landschaft und dann in kleinere oder grĂ¶ĂŸere StĂ€dte. Meistens ein Tagesausflug, manchmal auch Wochenende. Vorwiegend im FrĂŒhling / Sommer und immer wieder gibt es neues zu entdecken 😊

        Schlaf gut 💕 Mathilda

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