Mystisch und der Legende nach vom „Teufel* erschaffen“: Der Spreewald

🚌  Tag 4 bis 7 unserer Wohnmobilreise in den „Osten“ 🙂

Inzwischen fühlten wir uns auch recht wohl in unserem Mobil,  denn  alles hatte“seinen“ Platz gefunden, wir mussten nicht mehr lange suchen.  Bei herrlichem Wetter genossen wir das Wohmobilisten-Leben draußen an der frischen Luft.  Inzwischen können wir uns sehr gut vorstellen wieder mit einem Wohmobil zu verreisen, allerdings würden wir uns ein Mobil mieten mit  „Längsbetten“  und etwas mehr Platzangebot.  Der Clever 600 ist aber auf jeden Fall bestens geeignet, sich erst einmal mit allem vertraut zu machen.   Durch die gute Ausstattung – alles inklusive – fühlten wir uns also schon nach wenigen Tagen sehr wohl und auch ein wenig heimisch in unserem „Kasten“ 😉   Schaut mal her wie schön wir es uns gemacht hatten.

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Gemütliches Wohnmobil-Stellplätzchen  und schönes Wetter in Lübbenau

Der Spreewald ist ein Erlebnis und offenbarte uns eine ganz besondere Landschaft und Stimmung und noch heute erzählt man sich viele ✷Sagen und Legenden

Wir hatten uns einen Stellplatz in Lübbenau ausgeguckt, ganz neu und komfortabel, so versprach die Stellplatz-App und wir wurden nicht enttäuscht.  Zudem liegt Lübbenau  in der Mitte des Spreewaldes, so dass wir in alle Richtungen „ausschwirren“ konnten.

Im Spreewald wird auch noch sorbisch gesprochen und Traditionen werden lebendig gehalten. Fast  jedes Schild ist zweisprachig.

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Wenn man mal von den vielen Touristen absieht, die mit Bussen den großen Parkplatz etwas außerhalb von Lübbenau anfahren, dann bis  zum „Großen Kahnhafen“ pilgern und dort in Boote einsteigen mit Tischen, auf denen schon Schnäpse in kleinen Flaschen  und sonstige alkoholische Getränke warten, dann ist es hier wirklich sehr idyllisch  😄    Die Kahnfahrten gehören halt dazu und werden zu verschiedenen Themen  vermarktet.  Und der Alkohol?  Ich denke mal, der ist ein  nicht zu unterschätzender Nebenverdienst der Kahnführer.  Legitim und durchaus verständlich, aber gar nicht mein Ding.  Jedenfalls nicht unter diesen Bedingungen.  Hätten wir mehr Zeit mit gebracht für unseren Aufenthalt im Spreewald wäre eine Kanu-Fahrt die richtige Wahl gewesen,  um still und lautlos auf der Spree und den vielen Kanälen dahin zu gleiten. Die kann man nämlich überall leihen.  Allerdings am Wochenende ebenfalls nicht ratsam – also lautete unser Plan:  Rauf auf’s Rad und einmal rund um Lübbenau durch den Spreewald.

Was bin ich bloß für eine miese Touristin 😱  Habe weder die an jeder Ecke und an zahllosen Ständen angebotenen Spreewald-Gurken probiert noch Bautzner Senf gekauft und auch keine Kahnfahrt gebucht.

Lübben, ein anderer bekannter Ort im Spreewald, liegt ebenfalls am Spree-Radweg und samstags radelten wir dorthin (20 km hin und zurück) auf einem schnurrgeraden, asphaltierten Radweg.  So macht radeln Spaß.

Einen großen Kahnhafen gibt es hier wie dort, Kahnführer warten auf Touristen und zwar so lange bis das Boot voll ist.  Das kann manchmal auch dauern.  Daneben eine Gartenwirtschaft zur „Verköstigung“ der Samstagsausflügler und Touristen.   Wir hatten unsere  Brotzeit dabei und sahen von einer Bank  am Hafen dem lustigen Treiben zu.  Nur mein ♥Schatz♥ bestand auf einem Fischbrötchen.  Allerdings schwimmen Matjes ja nicht in der Spree, aber Hauptsache es schmeckt 😊  Im Spreewald können die Einheimischen  aber auf jeden Fall Fische fangen, darunter befinden sich so seltene Arten wie Barbe, Bachneunauge, Bitterling, Schlammpeitzger und Steinbeißer.

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Als wir uns dann die „City“ von Lübben näher anschauten – ich wollte gerade eine Kirche fotografieren –  sah ich von hinten eine Frau in der typisch sorbischen Tracht.  Die kannte ich zwar nur von Fotos und Werbung für den Spreewald,  aber hier ging eine Frau mitten durch die Stadt.  Nicht für Touristen als Attraktion, nein sie lief die Straße entlang und ich „verfolgte“ und überholte sie mit meinem Rad.  Wartete ein Stück weiter am Straßenrand und fragte höflich, ob ich ein Foto von ihr machen dürfe, was sie gerne erlaubte. Wir erzählten ein wenig und sie meinte, dass nur die „Alten“ ihre Tracht – wie sie – auch zu Anlässen wie Geburtstagen, Familienfeiern, Kirchgang usw. tragen.   Zum Schluss verabschiedete sie uns mit „Gott mit Ihnen“ – allerdings auf sorbisch, was sie uns noch lächelnd übersetzte.  Ich kann’s euch aber leider nicht auf sorbisch sagen.

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Der Spreewald ist wunderschön, Natur pur,  ein Paradies für Mensch und Tier!   Und wir wollten dieses „Paradies“, die ruhige Natur genießen. Das funktioniert wunderbar zu Fuß mit dem Rucksack oder mit dem Fahrrad. Wir bevorzugten in dem Fall das Rad, weil wir viel sehen wollten.

Einer unserer Rad-Ausflüge führte uns nach  „Lehde“ – ein wirklich sehr schönes Spreewalddorf, das allerdings – so mein Eindruck – inzwischen auch hauptsächlich vom Tourismus lebt. Die alten Häuser und die vielen gepflegten Gemüsegärten sind aber trotzdem schön anzusehen – ein einziges „Idyll“ und noch sehr ursprünglich.

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Heimatmuseum Lehde
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Wasser-Parkplatz  ;.)
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Los geht’s mit einer Kahntour
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Winterfutter fertig zum Abtransport – auf dem Weg nach Lehde

Einmal im Jahr findet ein großes Fest statt in „Lehde“ (sorb. Lédy) und dann werden auch die Trachten hervor geholt und mit Stolz beim Kahnkorso getragen. Diese Fotos stammen aus einem Prospekt.

Uns war das viel zu viel Trubel, denn eine Menge Touristen waren extra angereist sowie viele Berliner –  und so flüchteten wir ins ruhige Umland.

Wir hatten einige Radtouren zur Auswahl und folgten den Schildern nach Boblitz – Raddusch- Buschmühle – Dubkow-Mühle.

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Rad-/Wanderweg – Start unserer Radtour
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Auf einsamen schmalen Straßen durch den Wald zum nächsten Dorf
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Birken – die ständigen Wegbegleiter
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Radduscher Buschmühle – erbaut 1777

Am schönsten ist der Spreewald an Wochentagen und außerhalb der Saison.  Immerhin liegt Lübbenau nur rund 90 km südlich von Berlin und wir haben zuhauf Berliner Kennzeichen gesehen am Wochenende.   Ist nicht verwunderlich, denn es ist wirklich schön im Spreewald und für die Hauptstadtbewohner ein beliebtes Ausflugsziel.

Über herrliches Wetter durften wir uns auch in Lübbenau freuen und deshalb konnte ich auch des öfteren meine Kamera zücken und ein paar Eindrücke für euch festhalten.

Mittags freuten wir uns auf die Einkehr in der bei Einheimischen wohl sehr beliebten Dubkowmühle.

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Die Dubkow-Mühle ist eine ehemalige Wassermühle. Heute beheimatet die Mühle einen Gasthof und auch Gästezimmer.Unmittelbar neben der Mühle gibt es einen Kahnverleih und außerdem werden dort edle spanische Pferde gezüchtet  – Cartujanos.  Für Pferdefreude füge ich den Link ein  Gestüt Dubkow-Mühle.

Der traditionell auch gastronomisch genutzte Mühlenhof gehört zum westlich gelegenen Spreewalddorf Leipe, einem Ortsteil von Lübbenau/Spreewald. Die Mühle liegt unmittelbar an der Spree und auch hier gibt es allerlei regionale Leckereien zu kaufen.

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Eingangsbereich der Dubkow-Mühle

Zürück zu unserem Stellplatz fuhren wir 6 Kilometer geradewegs durch den Spreewald auf einem sehr schönen Radweg.  Der Spreewald verzaubert; fühlten uns wirklich in eine Märchen- und Sagenwelt versetzt.  Wasser, Birken, Bäume, Spiegelungen, Vogelgezwitscher …… 😀

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Surreales Licht, mystisch und geheimnisvoll

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Natur pur

Wo es so viel Wasser gibt, herrscht Gemüseanbau vor und die leckeren Spreewaldgurken gibt es in unzähligen Varianten. Auch als Touren-Logo für den 260 Kilometer langen Gurken-Radweg.

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Unsere Zeit reichte leider nicht für so eine lange Tour, denn wir wollten weiter.  Mehr erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag:  Lausitzer Seenplatte.

Ein schönes, langes – gerne auch sonniges – Wochenende wünscht

☼Sigrid☼

Tipp: Vielleicht bei einem langen Spaziergang in den Weinbergen? Dieses Foto habe ich vor zwei Tagen aufgenommen in Heilbronn am Wartberg. 💚 Eine kurze Stippvisite in die Heimat musste einfach mal wieder sein 💚

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41 Gedanken zu “Mystisch und der Legende nach vom „Teufel* erschaffen“: Der Spreewald

  1. Hallo Sigrid,
    eine Paddeltour durch die Spree und die Kanäle haben wir vor Jahren, bei unserem Aufenthalt im Spreewald, gemacht, und ich kann nir sagen, es war wirklich groartig!
    Übrigens: wir haben damals in der Dubkow Mühle gewohnt!
    Hab’s fein,
    Pit

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      1. Ja, wie das Leben so spielt. Geradelt sind wir von da aus auch, mit Leihraedern von Dubkow Muehle, nach Luebbenau. Und wir waren auch zweimal von da aus per Zug in Berlin. Gar nicht uebel, die Verbindungen.

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      2. Im vergangenen Jahr im Oktober waren wir mit Bekannten in Deutschland und sind auch mit dem ICE nach Berlin: von Bonn aus 4 Stunden, und fuer knapp ueber 200 Euro [Sparpreis fuer VIER Personen]. Kann doch gar nicht besser sein.

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  2. Guten Morgen Sigrid,

    Spreewald, erinnert mich an die Krimis aus der Gegend und die sind heftig schaurig. Du hast wundervoll beschrieben und mit Fotos unterlegt, dass das Bild in den Filmen korrekt gezeichnet ist. Die langen Kanäle… wahnsinn.
    Dem Trubel zu entfliehen wäre auch meine Wahl gewesen,

    Toller Beitrag vielen Dank dafür und liebe Grüße
    Elke

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  3. Ich kann nichts mehr dazu schreiben, was nicht schon von meinen Vorkommentatoren geschrieben worden wäre 😀 Danke für den überaus informativen Bericht mit den tollen Fotos. Wunderbar!
    Liebe Grüße …
    Gaby

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  4. Liebe Sigrid – ich „beineide“ Dich…. der Spreewald ist ein Traum – ich wollte 2013 bei unserer Deutschland Tour auch in den Spreewald – wir hatten aber leider nicht mehr die Zeit und wollten auch keinen Druck (Stress) machen, weil unsere Kleine damals noch kein Jahr alt war. Ist aber fest auch unserer „zu-besuchen-Liste“. Danke für den schönen Beitrag.

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      1. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich sehr früh um Tickets kümmern muss und die werden auch teuer sein – genau wie hier beim BVB 😦 Schwer überhaupt welche zu bekommen. Habe mal für 2 Tickets 180 € bezahlt für ein Spiel FCB – BVB und das war ein Platz ganz oben, also schlecht. Wir haben beschlossen keine Tickets mehr zu kaufen! LG

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  5. Schöner Bericht Sigrid, macht Lust auf Spreewald. War dort vor einigen Jahren und da möchte ich auch wieder hin. Da ist`s schön zum „Radlfahrn“

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    1. Ja, da ist es überall flach und das freut mich, weil ich ja alles OHNE Unterstützung fahre. Da macht radeln natürlich noch mehr Spaß.
      Übrigens, demnächst folgt ein Beitrag über das Lausitzer Seenland, das ja wirklich ein Radlerparadies ist. Wir waren total begeistert. Z.T. werden die Seen noch geflutet, aber DANN ist diese Seenplatte die größte in Europa. Im Osten verändert sich so vieles und entlang der Seen sind die Radwege „vom Feinsten“. Echt klasse. Ich schau grade meine Fotos durch, die ich dann veröffentlichen werde. LG, Sigrid

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  6. Und du willst einen Reiseblog haben? Tz, ohne die Touristenprogramme abzuspulen? Geht ja gar nicht. Da könnten ja ganz besondere, persönliche Berichte bei rum kommen 😀

    Toll. Super Fotos und ein wirklich individueller Bericht. Ich liebe das.

    Gute Zeit wünscht
    DieReiseEule

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    1. Eben, ich habe gar keinen Reiseblog 😀 Und deshalb darf ich auch schreiben, was mir in den Sinn kommt. Freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Die Stimmung lässt sich leider nicht wirklich einfangen. Es ist wirklich „bezaubernd schön“ inmitten des Spreewaldes. LG

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