Jagdfieber 🍄

Immer wieder ab August/September werde ich unruhig und hippelig, denn ich muss auf Jagd gehen,  auf Jagd nach einem bestimmten Pilz – das Objekt meiner Begierde – dem Steinpilz!   Leider wohne ich zur Zeit nicht gerade strategisch gĂŒnstig fĂŒr Pilzfunde.  Die Waldgebiete um Dortmund herum sind zu klein, die anderen alle ca. 30 km entfernt. „Auf Pilzjagd“ gehe ich deshalb eher selten, weshalb auch die Ausbeute schwer zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst, aber es ist die Freude am Suchen, quer“wald“ein die Augen auf dem Waldboden umherschweifen lassen, denn Pilze sind ungeheuer gut getarnt, oft versteckt im Laub oder Unterholz.  Wer da keine „Pilzaugen“ hat, ist aufgeschmissen.

Steinpilz
Steinpilz –  Privates Foto aus 2009

Als ich noch im SĂŒdwesen wohnte, hatte ich meine „PilzplĂ€tze“ und durfte mich manchmal ĂŒber einen ganzen Spankorb der leckeren Röhrlinge freuen, zu denen sowohl der Steinpilz auch die sehr beliebten Maronen gehören.

Hier im Ruhrgebiet gibt es wenig ausgedehnte WĂ€lder.   Einzig die „Haard“ zur Hohen Mark gehörend ist fĂŒr uns innerhalb einer halben Stunde erreichbar  und dort waren wir auch schon mal erfolgreich 2014 und haben viele gute Speisepilze gefunden.

Aber langer Rede – kurzer Sinn:   Vorgestern, am 23.8.16,  haben wir vergeblich gesucht,  keinen einzigen Steinpilz und auch sonst keine Röhrlinge gefunden, obwohl wir intensiv gesucht haben.  Einige TĂ€ublinge, Baumpilze, viele Kartoffelboviste und einige andere Vertreter der großen Pilz-Familie habe ich vor die Linse bekommen.

Wir sahen es einfach als kleine sportliche Einheit und letztendlich waren es  12 km an einem herrlichen Sommertag im kĂŒhlen Wald auf krummen und schmalen Pfaden durch die Haard.  Immerhin gab es reichlich „Fotoausbeute“ 🙂

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Angenehme KĂŒhle unter mĂ€chtigen Wipfeln,  urwĂŒchsige alte BĂ€ume, Sonnenstrahlen, die durch die dichten Baumkronen hindurch Lichtblitze auf den Waldboden schicken,  filigrane, von Tautropfen benetzte Spinnweben,  weiches, nachgiebiges Moos,  Vogelgezwitscher, dann wieder absolute Ruhe,  ein kleine Grasfrosch hĂŒpft schutzsuchend  unter BlĂ€tter,  kleine Stillleben auf alten BaumstĂŒmpfen ….

Der Wald ist eine Kraftquelle der Natur – fĂŒr alle Sinne eine wahre Wohltat!

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BlĂŒhendes Moos

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Pilzwinzlinge (1 cm) entdeckt im Moos

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Überall haben Spinnen ihre „Fallen“ gespannt, die wie kleine Diamanten glitzern.

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Dickschaliger Kartoffelbovist

Wenn es auch dieses Mal nur „FototrophĂ€en“ gab,  wir werden uns wieder auf „Pilzjagd“ begeben und werden hoffentlich mit einer großen Ausbeute  belohnt!

Falls es euch zu heiß wird, im Wald ist es meistens herrlich angenehm ♄  und vielleicht entdeckt ihr ja auch so eine schöne alte, mĂ€chtige Schatten spendende Buche ♄  und außerdem sieht „frau“ daneben immer gertenschlank aus 🙂

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27 Gedanken zu “Jagdfieber 🍄

  1. Ganz fantastische Fotos, liebe Sigrid. Ein Pilzsammler bin ich uebrigens nicht. Hier gibt es auch so gut wie keine oeffentlichen Wanderwege, auf denen man auf Pilzsuche gehen koennte. Wenn es einmal feuchtes Wetter ist [ja, das soll es hier im suedlichen Texas tatsaechlich geben], dann haben wir selber welche in Garten [http://tinyurl.com/hppany8]. Ob die aber essbar sind? Darum habe ich mich nie gekuemmert.
    Hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

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    1. Hello Pit! Ich hab mir deine Pilzfotos angesehen und ich schicke gleich vorneweg, dass Ferndiagnosen nicht wirklich gut sind, aber es könnte sich um Wiesenchampignons handeln.
      Wenn sie mal wieder wachsen, wĂ€re es gut, wenn du die Lamellen, den Stil und Stilmerkmale fotografierst. Es gibt Röhren- und Lamellenpilze und beim Bestimmen ist vieles wichtig. Auch Schirmlinge könnten es sein. Übrigens, in Texas wachsen vielleicht ganz andere Pilze als hier. Keine Ahnung!
      Schau mal hier: http://www.123pilze.de/DreamHC/Download/Ackerschirmpilz.htm
      Auf jeden Fall sollte man niemals Pilze essen, wenn man nicht ganz sicher ist! Sehr schnell verwechselt man einen Champignons mit dem Weißen KnollenblĂ€tterpilz….. Das wĂ€re tragisch!

      Freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Ich mache gerne Makroaufnahmen, weil winzige Pilze beim nĂ€heren Hinsehen oft richtig futuristisch aussehen! Liebe GrĂŒĂŸe ins ferne Texas. Hier in Dortmund hat es heute im Schatten 37 Grad und das ist fast unertrĂ€glich, denn hier gibt’s ja keine Klimaanlagen und so steigen die Temperaturen auch in der Wohnung langsam aber stetig! Sigrid

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      1. Hallo Sigrid,
        nein, ohne genaue Kenntnis wĂŒrde ich einen gefundenen Pilz niemals essen. Und da ich eben keine genaue Kenntnis habe, wird es bei „nie“ bleiben. Danke aber fĂŒr den Link, denn es interessiert mich aus reiner Neugier, was da bei uns im Rasen so wĂ€chst. Bei Pilzen bin ich ĂŒbrigens sowieso wĂ€hlerisch und esse eigentlich nur Champignons, obwohl ich wei, dass viele andere Pilze einfach wĂŒrziger schmecken.
        Hier war es in den vergangenen Tagen zwar „nur“ 32 bis 33 Grad, aber trotzdem haben wir die Klimaanlagen an, des nachts die im Schlaftrakt, den wir auf ca. 22 bis 23 Grad herunterkĂŒhlen, und tagsĂŒber im Wohntrakt [ca. 24 Grad]. Das macht es angenehm.
        Also dann, stay cool,
        Pit

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  2. Hallo Sigrid, wir beide sollten uns zusammen tun. Ich suche fĂŒr mein Leben gerne Steinpilze. Überhaupt Pilze. Im letzten Jahr waren wir in den Herbstferien in der Pfalz. Da sind wir bald ĂŒber den Steinpilz gefallen. Jede Menge. Da wir dort in Urlaub waren, was sollten wir damit tun. Stehen lassen ging gar nicht. Dann haben wir uns Gefrierboxen gekauft und sie kochfertig bei den Vermietern in der TiefkĂŒhltruhe eingefroren. – Zuhause dann gebraten in Sahnesoße bei Taglitelle. Der Hochgenuß. Da bist du sicher meiner Meinung. Schade das ich dir die Fotos nicht schicken kann. Dann muss ich sicher langsam auf Suche gehen.
    VG von Ulla

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    1. Hallo Ulla,
      das ist ja dann der absolute GlĂŒckskick! So viele Steinpilze auf einmal zu finden! Also hier wird das wohl nichts werden, aber wir werden es nochmal versuchen – spĂ€ter. Herbstferien sind ja meistens im Oktober, ich glaube, es war einfach noch zu frĂŒh jetzt. Im PfĂ€lzer Wald kann ich mir das sehr gut vorstellen, da sind die Waldgebiete auch viel grĂ¶ĂŸer. Im Bayerischen Wald hĂ€tten wir vermutlich auch mehr GlĂŒck. Ich verstehe sehr gut, dass ihr extra Gefrierdosen gekauft habt. So einen Fund darf man sich nicht entgehen lassen 🙂 LG von Sigrid

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    1. Ja, dein Papa könnt‘ mein Alter sein …… WaldlĂ€ufer gibt es auch als Schuhmarke mit dem Slogan „Laufen wie auf Moos“ und das ist auch ein Grund, weshalb ich so gerne im Wald unterwegs bin auf kleinen Pfaden, weil dort das Gehen so angenehm ist. Ich bin aber sowieso unheimlich gerne im Wald, ich fĂŒhle mich da total wohl. Mein Revier sozusagen …… und das obwohl ich in der Großstadt lebe. Wir gehen sehr oft in den Wald zum Walken oder spazieren gehen. LG

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      1. Ich mag den Wald auch sehr gerne und ich liebe Moos und barfuß gehen – aber ich bin halt auch am tiefsten Land aufgewachsen….ein Landei in der Stadt:-) – mein Papa ist ein 45er

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    1. „Pilze sammeln“ ist ein wenig zum Volkssport geworden. Ich habe schon Leute getroffen, die einfach alle Pilze ausreißen und dann mit einem riesigen Korb voll zum Pilzberater gehen. Das finde ich sehr schade, denn diese Leute lassen auch sehr seltene Exemplare nicht stehen, weil sie einfach keine Ahnung haben. Schrecklich! Also, besser ist es ĂŒberhaupt keine zu sammeln, wenn man sich damit nicht ausfĂŒhrlich und jahrelang beschĂ€ftigen möchte. Es gibt ja inzwischen eine große Auswahl an Zuchtpilzen im Supermarkt. LG

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  3. Die Fotos sind einfach nur wunderbar! Leider bin ich ĂŒberhaupt keine Pilzkennerin. WĂŒrde mich aber auch an selbst gesammelte nicht ran trauen. Da hĂ€tte ich zu viel Angst, dass ich einen nur 1x essen kann 😉

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    1. Pilze sammeln ist Mode geworden, aber viele haben keine Ahnung und sammeln mit apps oder BĂŒchern. ich sammle seit 40 Jahren und habe es von meinem Ex gelernt, der von seinem Großvater. wir haben aber auch Seminare besucht. 🍄

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