Über 7 Brücken sollst du ♫ ♪ ♫ ♪ … radeln

Tour 6: 7-Brücken-Tour – Tourenatlas Ruhrgebiet von W. Berke

Leider  sind wir in diesem Jahr noch gar nicht so oft auf Tour gewesen mit unserem Rad, denn entweder hat das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht,  wir waren anderweitig unterwegs oder  meine „bessere Hälfte“ musste arbeiten – ausgerechnet dann, wenn das Wetter mal gut gewesen wäre.

Gestern eine Tour zu machen, also an Fronleichnam, einem Feiertag,  war auch keine ganz so gute Idee, denn alle wollten das schöne Wetter nutzen. Aber die Tour führte nur kurze Strecken auf vielbefahrenen Radwegen – z.B. der Erzbahntrasse – und so wurden die Räder auf den Heckträger gepackt und ab ging’s in  zum ca. 25 km entfernten Start- und Zielpunkt, der Jahrhunderthalle in Bochum, wo wir zunächst wie viele, viele andere auch unsere Runde auf der Erzbahntrasse mit vielen Brücken  begannen.

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Quelle Foto o. u. u.: Großer Fahrrad-Tourenatlas Ruhrgebiet, W. Berke, Klartext Verlag

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Die Pedelec-Radler überholen ja gerne mal uns Radler ohne Antrieb mit hohem Tempo, um dann kurz vor der nächsten Radlergruppe wieder abbremsen zu müssen wegen Gegenverkehr. Oder die rücksichtslosen Rennradler, die ohne irgendein Zeichen von hinten heranschießen und so dicht überholen, dass der kleinste Abweicher unwillkürlich zum Sturz führen würde.  Solche Zeitgenossen gehören eigentlich überhaupt nicht auf solche Radwege, sondern auf die Straße, wo sie ihrem Geschwindigkeitsrausch störungsfrei frönen können.  Gefallen hat mir, dass wir von vier „unter Strom“ fahrenden Radlern überholt schnell  wurden, diese in hohem Tempo weiterfuhren, um dann plötzlich in einen Trott so um die 17 km/h zu verfallen. Wir schlossen also wieder auf und fühlten uns sogar ausgebremst.  Also einmal richtig in die Pedale treten und die „Pedelecs“ überholen 🙂   Ja, was soll ich sagen, wir haben sie weit hinter uns gelassen 😀

Irgendwann kamen wir dann zur  Halde Rheinelbe Wir konnten sie zwar nicht sehen von der Erzbahntrasse aus,  aber die „Himmelstreppe“ wollten wir dann doch auch mal selbst in Augenschein nehmen. Also hinauf radeln! Schwitzend und außer Atem kamen wir  durch einen Wald und eine schöne Steigung irgendwann am völlig vegetationslosen schwarzen Kegel oben an. Nun noch über die Himmelstreppe zu einer riesigen Skulptur, die an eine Grubenlampe erinnern soll (so wurde uns zumindest erzählt).   Rundum kann man aufs Ruhrgebiet blicken. Gestern war allerdings die Aussicht nur mäßig.

Wieder auf der Trasse zurück, verließen wir die vielbefahrene Strecke und fuhren Richtung „Landschaftspark Mechtenberg“ auf schmalen schattigen Pfaden, in schöner grüner Landschaft.  Auf dieser Strecke durften wir dann auch die wohl teuerste Fahrradbrücke Deutschlands überqueren, die „Mechtenbergbrücke“, die 3,8 Mio Euro gekostet hat und nach Plänen von Frei Otto gebaut wurde, der auch für die Planung von „Stuttgart 21“ zuständig ist.

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Einen mächtigen Schrecken versetzte mir unterwegs ein kleiner, angriffslustiger Hund, der aus dem Gebüsch geschossen kam und wie verrückt bellte, so dass ich fast so weit ausgewichen wäre, dass ich meine neben mir fahrende „bessere Hälfte“ gestreift hätte und wir beide vom Rad gefallen wären.  Den „netten“ Hundebesitzer störte das überhaupt nicht, er war ja ca. 100 Meter entfernt und hatte sein Hundchen überhaupt nicht unter Kontrolle.

Nach etwa einem Drittel der Strecke  – also 13 km – lud ein Biergarten in Essen-Kray zum Verweilen ein. Bis hierhin waren wir nur durch grüne Landschaften gekommen, was so mancher, wenn er auf die Karte oben schaut, gar nicht für möglich halten mag.

Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir uns ab hier völlig verfransen würden, denn irgendwie verübelte unser Navi auf dem Handy bzw. die gpx-Datei uns diese Pause wohl,  denn danach funktionierte die Navigation erst mal überhaupt nicht mehr und wir fanden sehr lange nicht mehr die vorgesehene Strecke, nur weil wir uns vermutlich einmal in der Richtung geirrt hatten, was auch bedeutete, dass wir nun öfters absteigen und unser Rad schieben mussten, weil es steil bergauf ging oder das Gelände unwegsam war.  Ja, so einsam haben wir es uns dann doch nicht gewünscht. Andere Radfahrer wären uns willkommen gewesen!

Irgendwann zeigte uns das blaue Hinweisschild der Route Industriekultur, dass wir zumindest Richtung Ruhr unterwegs waren, kamen aber dann doch  nicht am vorgesehenen Punkt an.  Unsere Navigation funktionierte dann wieder, aber nur kurz, um uns dann wieder „fehlzuleiten“, was weitere Umwege zur Folge hatte bis wir schließlich wieder auf dem richtigen Radweg waren und tatsächlich – oh Wunder –  wieder in Bochum „landeten“. Inzwischen fuhren wir nämlich  einfach nur mit der Navigation von Googlemaps, um die Jahrhunderthalle in Bochum zu finden.  Wir hatten zwar den Tourenatlas dabei, waren aber zwischenzeitlich so weit weg von der beschriebenen Tour, dass uns dieser auch nicht weiterhalf.  Eine Radkarte wäre jetzt wirklich hilfreich gewesen! Aber immerhin gab es zwischendurch immer wieder schöne Fotomotive.

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11165048_984790798232240_70728286882250177_oAber: Wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein „Lichtblick“ her. Plötzlich sah ich nämlich rechterhand eine Eisdiele – ca. 5 km vom geparkten Auto entfernt und diese Gelegenheit wurde sofort beim Schopfe gefasst, um die erhitzten Köpfe und Gemüter zu beruhigen. Sie kam uns wie gerufen. Unsere Wasserflaschen waren nämlich längst leer. Unsere Wahl fiel deshalb auf einen schönen Erdbeerbecher und vorneweg zischte eine erfrischende Apfelschorle so richtig schön im Hals.   Das tat wirklich gut nach einer „Odysee“ wie wir sie lange nicht mehr erlebt hatten.

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 Und die Moral aus der Geschicht’T: Trau‘ nur allein auf Technik  nicht!  Nimm‘ eine Karte mit zum Schauen, denn darauf kannst du immer bauen 😀 

Die Tour wäre eigentlich rund 35 km lang gewesen, wir sind etwas über 39 km gefahren und haben dafür genau 3 Stunden und 4 Minuten reine Fahrzeit  benötigt und das trotz mehrmaligem Absteigen und Schieben, was ja auch als „fahren“ berechnet wird.

Gar nicht mal so übel für die erste längere Tour!  Ich bin zufrieden mit meinem Fitnesslevel und freue mich schon auf die nächste Radtour.  Schon lange wollen wir mal an der Lippe fahren und dabei Lippstadt – auch Venedig Westfalens genannt – einen Besuch abstatten.

Dir noch ein schönes, langes Wochenende und danke für’s Lesen.

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10 Gedanken zu “Über 7 Brücken sollst du ♫ ♪ ♫ ♪ … radeln

    1. Na ja, wenn man sich mehrmals verfährt und nach dem richtigen Weg sucht, ist das weniger schön! Steht aber im Beitrag 😉 Wir haben uns dieses Mal ziemlich über unser Navi – das nicht funktionierte – geärgert und hatten deshalb nicht ganz so viel Spaß wie sonst. Nichtsdestotrotz – bald geht es wieder los. Nur das Wetter lässt zur Zeit nicht sehr große Hoffnung. Dir auch eine schöne Woche.

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  1. -Hallo Sigrid, da hattet Ihr ja einen schönen Tag und eine schöne Tour :-). Das „Verfransen“ dank Navi kennen wir auch nur zu gut – wäre ja auch sonst zu langweilig ;-). Die Rennradler, die ohne Klingel heranrauschen, sind sowohl für Radler als auch für Fußgänger immer wieder ein Ärgernis, weil eine Gefahr ! Weiterhin viel Spaß beim Radeln, ist die erste größere Tour im Jahr bzw. in der Saison erst mal geschafft, gibt’s kein Halten mehr, oder? LG Birthe

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    1. So ist das, ich dachte nämlich ich bekäme ein wenig Probleme mit meinem Sitzfleisch (ich habe da nicht allzu viel 😉 aber das war überhaupt kein Problem. Längere Touren dürfen jetzt also folgen. Von der Kondition her ist das kein Problem. Wir hoffen auf trockene Tage, denn ab nächster Woche haben wir viel Zeit für Touren! Bei diesem Wetter hast du ganz bestimmt viel im Garten zu tun und auch das kann ganz schön anstrengend sein, aber wenn es Freude macht, dann ist alles gut.
      Liebe Grüße Sigrid

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    1. Schön, dass ich dir eine kleine Freude machen konnte mit meinem Beitrag. Es gibt noch mehr Beiträge darüber – auch unter den Wanderbeiträgen. Erstaunlicherweise kann man hier auch schön wandern. Meine Heimat ist Süddeutschland, aber schöne Fleckchen kann man überall finden. Liebe Grüße nach Berlin Sigrid

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  2. Eine sehr schöne Strecke, Teile davpon kenne ich auch. Und wenn ihr im Krayer Volksgarten eingekehrt sein solltet, da kenne ich sogar die Wirtin. Schick nicht die „schnellen“ Rennradfahrer auf die Straße, da wollen wir Autofahrer sie nicht haben 😉
    LG
    Ralf

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    1. Im Krayer Volksgarten sind wir gar nicht erst angekommen, obwohl wir dort genau hätten hin müssen. Das war ja das Übel. Der Biergarten war nördlich davon „Am Mechtenberg“. Aber auf Irrwegen lernt man die Gegend ja schließlich auch kennen! LG Sigrid

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