Tindari, Legenden und die Schwarze Madonna

Schon der Blick aus dem Fenster genügte, um mir unmissverständlich zu signalisieren: Das wird heute nichts mit dem Wunsch, meinen Geburtstag auf dem Ätna zu verbringen,  dem aktivsten und mit rund 3323 Meter über dem Meeresspiegel auch höchsten Vulkan Europas.   Wie faszinierend sie sein können, davon konnte ich mich überzeugen als wir auf Teneriffa völlig hin und weg von der   Mondlandschaft Teide  waren und immer noch sind.  Glauben wollte ich es immer noch nicht und erkundigte mich bei dem netten Signore von der Rezeption, was er denn rate.  Nun, er meinte, wir sollten uns einen schöneren Tag heraus suchen.  Tief enttäuscht überlegten wir, was wir nun an diesem wolkigen Tag unternehmen könnten.

Also beschlossen wir entlang der abwechslungsreichen Küste von Cefalú Richtung Messina zu fahren und einfach dort Halt machen, wo es uns gefallen könnte. Der Plan war außerdem, unterwegs ein hübsches Restaurant mit Meerblick zu finden, um dort das Mittags(geburtstags)mahl einzunehmen.   Es gibt unglaublich viel Meer an so einer Küste, ein geöffnetes Restaurant haben wir aber nicht gefunden, was wohl an der Jahreszeit lag.  Als wir wieder mal einem Schild folgten zu einem Ristorante, hatten sich zwar schon die meisten Wolken verzogen, aber die Terrasse sah wenig einladend aus mit ihren vom Wind arg zerzausten Palmen. Aber immerhin, hier mit herrlichem Meerblick hätte ich mir ein Geburtstagsessen sehr gut vorstellen können  🙂

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Gemächlich fuhren wir weiter Richtung Tindari  (antik: Tyndaris) – eine uralte griechische Stadt und entdeckten schon weit aus der Ferne die sich ca. 220 Meter hoch über die Küste erhebende  Wallfahrtskirche der Schwarzen MadonnaDie Kirche steht heute an der Stelle, wo sich früher die Akropolis von Tyndaris befand.

Hier hat der Tyrann Dionysios aus Syrakus ca. 397 v.Chr. die erste Siedlung errichtet. dem Meer reizvoll, denn sie alle eroberten zu verschiedenen Zeiten diesen zauberhaften Ort mit einem fantastischen Blick auf das Meer und die Küste.  Da wir einfach nur so auf Entdeckungsreise waren, wollten wir dieser Kirche einen Besuch abstatten und folgten der Straße, die sich in Serpentinen den Berg hinauf schlängelte.

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“ Laut lokaler Erklärung gehört die Statue der „Schwarzenen Madonna“, die zweifellos byzantinischen Ursprungs ist, zu den zahlreichen Kunstgegenständen, die im 8. und 9. Jahrhundert im Zuge des von Kaiser Leo III. initiierten Ikonoklasmus aus Konstantinopel geschmuggelt wurden. Ein Sturm veranlasste das Schiff, auf dem sich die Schwarze Madonna befand, den Hafen von Tindari anzulaufen, wo die Besatzung ihre Fracht zur Sicherheit in der örtlichen Abtei unterbrachte. Heute befindet sie sich hinter dem Altar und trägt die Inschrift „nigro sum sed formosa“ (Ich bin schwarz, doch schön).   “   Textquelle : Thethinkingtraveller.com

Um Santuario di Tindari la Madonna Nera und die Landzunge,  die sich unterhalb der Wallfahrtskirche befindet ranken sich viele Legenden.   So soll einst ein Kind dort hinabgestürzt sein und die Heilige Madonna ließ das Wasser verdunsten, damit das Kind nicht ertrinkt. So soll diese eigenartige Form der Landzunge entstanden sein.  Ich liebe Legenden und beim Anblick dieser Lagune fühlte ich mich  in die Karibik versetzt, denn das Meer leuchtet herrlich türkisfarben. Inzwischen seht die Landzunge unter Naturschutz, es darf aber dort spazieren gegangen und gebadet werden.

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Hoch oben von der Kirche ein herrlicher Blick auf die Landzunge

Beim Eintreten in die Kirche fielen uns sofort  die vielen kunstvoll gestalteten Kirchenfenster auf, die an diesem Tag besonders schön von der Sonne, die sich nun doch fast wolkenlos zeigte, zum Leuchten gebracht wurden. Meine Kamera kann die Pracht leider nicht wirklich wiedergeben, aber einige Fotos möchte ich hier doch zeigen.

Zum Vergrößern einfach anklicken:

Außer kleinen Bars, wo wir zwischendurch mal wieder den obligatorischen und immer köstlich starken „Café“ tranken, fanden wir nirgends  eine Möglichkeit etwas zu essen. Klingt lustig, aber tatsächlich „schläft“ Sizilien, wenn nicht gerade die Touristen die Strände bevölkern.  In den kleinen Städtchen und Dörfern deutet nichts auf Tourismus hin, was wir als äußerst angenehm empfanden. Vermutlich sieht es im Sommer etwas anders aus, aber uns präsentierten sich die Küstenorte recht verschlafen – jedenfalls im März. Vielerorts schienen wir die einzigen „Fremden“ zu sein, die auf Entdeckungstour waren!  Und über die Mittagszeit von 13 bis 16 Uhr sind ja sowieso alle Läden zu, auch im Winter.

Nun mussten die Kekse und Äpfel herhalten, die wir vorsichtshalber mitgenommen hatten, um den größten Hunger zu stellen und wir entschieden, abends in Cefalú ein Restaurant aufzusuchen. Cefalú ist doch recht betriebsam, auch in den Wintermonaten und das erzeugte Hoffnung auf ein sizilianisches Menü 😀  Cefalú gehört zweifelsohne zu den Orten, die Reiseveranstalter für Sizilien-Rundreisen einplanen. Diese Reisenden bleiben aber nicht bis abends oder werden in ihrem Hotel versorgt.

Für eine Schifffahrt zu den  „Liparischen Inseln“ oder auch Äionische Inseln“ genannt,  war es  inzwischen auch zu spät, obwohl sich das Wetter wirklich sehr gebessert hatte, aber gut sehen konnten wir sie.  Schon die Namen sind vielversprechend: Lipari, Salina, Stromboli, Vulcano – um nur die größten zu nennen.   Wir werden wiederkommen, wenn das Schicksal und die Gesundheit es zulassen.  Ätna, Stromboli, Vesuv – alle diese Vulkane möchte ich noch aus der Nähe sehen!  Die Ziele für die nächsten Geburtstage stehen also jetzt schon fest.

Blick (Vergrößern mit Klick aufs Foto)  auf die Liparischen Inseln im Thyrennischen Meer.

Am Abend ließen wir uns  in einem sehr guten Restaurant in Cefalú mit sizilianischen Speisen und Wein verwöhnen und den Tag gut gelaunt ausklingen 🍷 Wir hatten die volle Aufmerksamkeit des Kellners, der uns auf einer Tafel die Speisen vorlas, denn außer uns waren keine Gäste da. Vielleicht lag es ja am Preisniveau?  Na ja, ab und zu darf es auch mal ein bisschen mehr sein!

Damit beschließe ich meine SIZILIEN-Reiseerlebnisse, denn wir sind nun schon völlig damit beschäftigt unsere nächsten Städte-Reisen Leipzig und Hamburg, wo wir übrigens zum ersten Mal unsere Unterkunft über „Airbnb“ gebucht haben, vorzubereiten.  Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet, aber wir sind guten Mutes, dass uns die Wohnungen gefallen werden.

Bis Ende April wird doch hoffentlich der Frühling endlich richtig Einzug halten?  Wir wollen nämlich unsere Fahrräder mit nach Leipzig nehmen. Also bitte mal ganz feste für uns die Daumen drücken 👍 👍👍

Update: Im Moment ändert sich im Minutentakt das Wetter von strahlendem Sonnenschein zu Regengüssen und Graupelschauern mit erbsengroßen kleinen Eiskörnern :mrgreen:   Das muss aufhören bis zum 1. Mai, wenn wir los wollen.

Genießt den restlichen Sonntag trotz des launischen Aprilwetters!

☼Sigrid☼

DSC00724 „Ein Schatten unserer selbst“      😀


10 Gedanken zu “Tindari, Legenden und die Schwarze Madonna

  1. Das Bild mit der Landzunge ist ein Träumchen und könnte genauso gut in der Karibik aufgenommen worden sein. Da wäre ich jetzt sehr sehr gerne! 😄
    Auch wenn es nun schon ein paar Tage her ist, aber im Nachgang noch alle guten Wünsche von mir zum Geburtstag. 💐
    Und das Schlussfoto ist wirklich grandios! 👍

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    1. Vielen lieben Dank für die nachträglichen Glückwünsche. Übrigens, wenn du karibisches Flair magst, dann musst du dir mal Fotos von San Vito Lo Capo anschauen. Wollte nicht einen ellenlangen Link einstellen, aber dort an der Nordküste Siziliens gibt es unglaublich schöne Strände. LG

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    1. Ich hatte Geburtstag – im März – während unserer Sizilienreise. Nun bin ich ja längst wieder zu Hause und schreibe darüber. Dir auch eine gute Woche, sie soll kalt werden, leider!

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