Im Reich von Erdstern 🍄 Lorchel 🍄 Mooswinzling*

Auf Pilzexkursion im Wald zwischen Schwerte und Iserlohn (NRW).

Zugegeben, die reguläre Pilzsammelzeit ist eigentlich vorbei Ende Oktober, aber die schöne warme Sonne animierte uns, nicht einfach nur zu wandern oder walken, sondern unseren Bewegungsdrang mit einer kleinen Pilzexkursion zu verbinden in der Hoffnung, doch noch ein paar schöne „Schwammerln“ zu finden.

Völlig überrascht war ich von den vielen Erdsternen  die alle dicht beieinander hinter „Meterholz“ für Kaminliebhaber ein verstecktes Dasein führen und die von mir nur aufgrund eines menschlichen Bedürfnisses 😉 entdeckt wurden. Sie sind ungenießbar, gut getarnt und es ist lange her, dass ich welche vor die Linse bekommen habe, aber auf jeden Fall sehr fotogen.

Wir haben nur drei verwertbare Pilze gefunden, einen Rotfußröhrling, eine kleine Marone sowie einen kleinen Schirmling, aber in meiner Galerie – weiter unten –  seht ihr eine größere „Pilzausbeute“ und noch andere Fundstücke, die wir auf unserem Marsch kreuz und quer durch den wunderbar farbenprächtigen Herbstwald entdeckt haben.

Besondere Freude hatte ich an diesem Baumstumpf.  Er bietet vielen verschiedenen Pflanzen und mindestens sechs verschiedenen Pilzen Lebensraum und „Unterkunft“.  Erst beim näheren Hinsehen entdeckte ich die winzigen Pilzchen im Moos.

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Nahaufnahme Baumstumpf: Moos

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Diese Pilz-Winzlinge ragen nur wenige Millimeter über das Moos hinaus – und jeder hat eine andere bizarre Form. Den *Namen habe ich ihm gegeben. Wenn jemand weiß wie der richtig heißt, bitte melden!

Schon sehr lange habe ich keine Herbstlorchel (Helvella crispa) mehr gesehen, gestern habe ich gleich zwei davon entdeckt. Sie sind unverwechselbar durch ihren besonderen Fruchtkörper und eigenartige Stielform.

Sie sind wohl auch essbar, aber sie können bei empfindlichen Menschen auch leichte Magenbeschwerden hervorrufen. Ich habe sie noch nicht probiert und werde meine Finger davon lassen.

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Schon ein wenig blasser kommt jetzt der Fliegenpilz daher, aber er ist immer ein Highlight und nicht zu übersehen.

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Beim Fotografieren entdeckte ich die kleine Spinne am Stiel, die sich schnell auf und davon machte, aber auf einer Bucheckernschale habe ich sie erwischt bevor sie im Laub verschwand.

Ein paar andere Pilze streckten ihren Kopf noch aus dem Boden, die letzten Beeren machen durch ihre schöne rote Farbe auf sich aufmerksam und ein herrlich bunter Baumhimmel rundeten unseren 2-stündigen Waldspaziergang ab. Mit einem Klick auf ein Foto öffnet sich die Diashow.

Nächstes Jahr mache ich mich wieder auf die Pirsch, um den König der Pilze zu finden, den Steinpilz (Boletus edulis). Dieses Jahr waren wir einfach zur falschen Zeit am falschen Waldort, aber so schaut er aus, das Objekt der Begierde 😀

207584_446463902064935_749714705_nFalls ich euch Pilze zeigen konnte, die ihr so noch nie gesehen habt, dann freut mich das außerordentlich.

In diesem Sinne

Eure Pilzfreundin 🍄Sigrid🍄


9 Gedanken zu “Im Reich von Erdstern 🍄 Lorchel 🍄 Mooswinzling*

  1. Die Erdsterne sehen aus, wie Grosse Glubschaugen. Würde mich beobachtet fühlen…
    Heute habe ich mir für ein Vermögen einen Steinpilz auf dem Markt geleistet. Wunderbar war er.
    Pilze gibt es erstaunlich viele noch im Wald, wunderschön anzuschauen…
    Danke für deine schönen Bilder. liebe Grüsse Erika

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    1. Oh stimmt, das mit den Glubschaugen meine ich, gut interpretiert!
      Ja, Steinpilze werden teuer gehandelt, auch getrocknet, da können 20 g schon mal 3,99 oder noch mehr kosten, je nach Qualität. Aus Italien bringe ich mir die immer mit, da bekommt man getrocknete Steinpilze günstiger und weicht man sie in Wasser ein, können sie prima in Gerichten verarbeitet werden. Ich trockne Pilze auch selbst, wenn ich viele finde. Unser bestes Steinpilzjahr war Ende der 90er Jahre, genau weiß ich es nicht mehr, aber damals haben wir körbeweise Steinpilze gefunden und riesige gute Exemplare. Davon habe ich ein Foto mit meinen Söhnen, wo ich die Pilze alle auf einer Gartenbank ausgebreitet habe. Was für ein Glücksfund!!!

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    1. Ja, der macht sich manchmal sehr rar und wenn man morgens nicht in aller Herrgottsfrühe schon im Wald ist, hat man das Nachsehen. Leider wird er oft kiloweise aus dem Wald geschleppt, obwohl das gar nicht erlaubt ist.

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