Teneriffa und andere Katastrophen: Rückblick 2012

2012 war in jeder Hinsicht ein  Jahr für uns, das einige Katastrophen für uns bereit hielt. Kurz vor unserer diesjährigen zweiten Reise nach Teneriffa habe ich dieses Katastrophen-Jahr heute noch einmal Revue passieren lassen. 

Ende 2011 planten und buchten wir unsere erste Reise nach Teneriffa, denn es sollte nicht nur unsere erste Bekanntschaft mit dieser äußerst abwechslungsreichen kanarischen Insel werden, wir wollten vor allem auch meinen 60. Geburtstag im März  dort feiern – die Reise sollte mein Geburtstagsgeschenk werden.

Na ja, der 60 Geburtstag, für mich eher kein Grund zur Freude damals, eher  eine mittlere Katastrophe und auf keinen Fall wollte ich ihn in großem Kreis feiern, sondern eher so nebenher mal mit einem Gläschen Sekt begießen.

Anfang Februar 2012 schmiedeten wir Pläne, was wir alles besichtigen wollten während der 10 Tage, buchten einen Mietwagen, einen Parkplatz am Airport, erwarteteten die Tickets und weitere Reiseunterlagen – also Vorfreude pur.

Doch aus der Reise sollte nichts werden, denn Mitte Februar ereilte uns aus heiterem Himmel die nächste Katastrophe

Mein Lebensgefährte erlitt aus dem heiteren Himmel heraus und ohne die kleinsten vorherigen Anzeichen einen schweren Herzinfarkt. Ein großes Glück, dass es während seines Dienstes auf der Feuerwache passierte und so sofort ein Rettungswagen und Notarzt vor Ort waren und dieser den Herzinfarkt sofort richtig diagnostizierte und die richtigen Maßnahmen einleitete.  Die Aussichten auf Genesung standen also nicht schlecht.

An Urlaub war aber nicht mehr zu denken, denn die Reise sollte ja schon in zwei Wochen beginnen. Nach der Intensivstation wurde er erst mal 3 Wochen in die Reha geschickt und ich hatte Zeit genug unseren Urlaub und auch alle anderen Reservierungen zu stornieren. Dank Reiserücktrittversicherung war der Schaden nicht allzu groß und meinem Herzallerliebsten ging es auch immer besser. Wenigstens zwischendurch mal ein Anlass zu riesengroßer Freude.

Für Juni war unser eigentlicher Jahresurlaub geplant und zwar am Chiemsee  Noch wussten wir nicht, ob wir diesen Urlaub antreten konnten, aber die Reha verlief äußerst gut, mein Lebensgefährte machte riesen Fortschritte und wurde einen Tag vor meinem 60. Geburtstag aus der Reha entlassen. Glücklich und dankbar, dass alles noch mal gut gegangen war, feierten zu zweit bei einem guten Essen und einem Fläschchen Wein meinen 60. und seine schnelle Genesung.

Also fuhren wir im Juni zwei Wochen in den lange geplanten Jahresurlaub an den Chiemsee, radelten fast täglich um den See oder in der  näheren Umgebung und das bei allerbestem Bayernwetter und weißblauem Himmel.  Der Chiemsee bietet wirklich so viele Möglichkeiten für Aktivitäten aller Art: Rad fahren, wandern, Wassersport, Ausflüge, Kultur, Feste, Tradition, leckeres Essen, süffiges Bier und vor allem, es wimmelt nur so von netten Bayern 🙂  Also wir waren begeistert von diesen gelungenen Urlaub und wollen auf jeden Fall noch einmal am Chiemsee Urlaub machen.

Aber nach dem Sommerurlaub  kam uns  „Teneriffa“ wieder in den Sinn und die Idee im November den Geburtstagsurlaub  nachzuholen. Gedacht, getan: Wir suchten jetzt statt einer Pauschalreise ein Ferienwohnung, fanden eine direkt am Meer mit einer Terrasse direkt über der Brandung.  Klasse fanden wir! Dass diese ihre Tücken haben sollte, genau wie die gesamte Wohnung wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also flugs alles andere wieder  gebucht: Mietwagen, Airport-Parkplatz, Flüge ….. Und nun sollte die Reise zum Geburtstag meines Lebensgefährten im November stattfinden –  außerdem der 1. Geburtstag nach dem Herzinfarkt.

Guter Dinge hoben wir ab und nahmen eher gelassen hin, dass der Kapitän unserer Airberlin-Maschine uns informierte, dass es aufgrund von starken Winden zu einer längeren Flugdauer käme. Ich habe nicht genau hingehört, aber spätestens beim Sink- und Anflug auf den Airport Tenerife Süd wurde es doch sehr unruhig. Kurz vor dem Aufsetzen und mehrmaligem Probieren zu landen startete der Kapitän die Maschine mit lautem Aufheulen durch und wir bekamen zu hören, dass aufgrund eines starken Unwetters und heftigen Sturmböen eine Zwischenlandung auf Gran Canaria notwendig sei. Mir war eh schon speiübel und außerdem musste ich dringend auf’s stille Örtchen, aber das was verboten, weil wir uns schon wieder auf Landeanflug befanden.Endlich auf Gran Canaria gelandet stürmten sämtliche Passiere die vier Toiletten und die Crew gab durch, dass Getränke nicht gereicht würden während der Wartezeit.  Nachdem vor Stunden die letzte Mahlzeit und Getränke gereicht worden waren, sank die Stimmung der Urlauber auf den Nullpunkt. Trotzdem waren alle froh, dass wir einer durchaus denkbaren Katastrophe entkommen waren.

Kurzum, der zweite Landeversuch klappte, wir bekamen auch unseren Mietwagen noch und kurz vor Mitternacht nach einer Fahrt vom Süden in den Norden der Insel, erwartete uns die Putzfee der Vermieterin vor der Ferienwohnung, schloss auf, wir schauten uns nur kurz um und fielen todmüde ins Bett nachdem wir uns in einer Kneipe im Viertel noch kurz einen Imbiss und zwei Bier gegönnt hatten.

Das große „Erwachen“ kam nicht nur schon in der Nacht, in der wir kaum eine Auge zu bekamen, denn die Brandung war so laut, dass wir noch in der Nacht nach unseren Ohrstöpsel in den Koffern wühlten und wortwörtlich auch am nächsten Morgen  völlig fertig aufwachten, denn die Betten waren eine einzige Katastrophe.

Man stelle sich vor: Zwei Gästebetten, also ganz einfache Metallgestelle, darauf eine lackierte Holzplatte gelegt und darauf eine billige Matratze. Das Fatale: Durch die glatte Oberfläche der Holzplatte rutschten die Matratzen darauf herum wie der Eisstock auf dem Eis.   Einfach nur furchtbar. Nicht nur, dass die laute Brandung für Schlafstörungen sorgte, auch die rutschenden Matratzen machten uns jede Nacht wahnsinnig und Erholung fast unmöglich, schließlich sind wir nicht mehr die Jüngsten und solche furchtbaren Betten überhaupt nicht gewohnt.  Mir war klar, diese Ferienwohnung ist ein Reinfall, übrigens der erste seit wir reisen. Irgendwann ist immer das erste Mal, aber warum grade in dem Urlaub!!

2012 war einfach nicht unser Jahr.

Also ein Anruf bei der Vermieterin, die doch allen Ernstes behauptete, dass es sich um gängige spanische Betten handle wie sie für Spanier ganz normal seien. Leider ließ auch die Kücheneinrichtung und die Sauberkeit bzw. Pflege der Einrichtung sehr zu wünschen übrig, denn alles was metallisch war, zeigte Rost, auch die Liegen auf der fantastischen Terrasse, denn die ständige Salzgischt greift alles an und auf den Fotos ist dieser Salznebel ja auch zu sehen.

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Kein Nebel, sondern die Gischt von der Brandung. Blick von unserer Terrasse auf den Atlantik

Beim genaueren Hinsehen stellten wir fest, dass die Wohnung insgesamt sehr ungepflegt war, was aber die Putzfrau nicht verstehen konnte und auch nicht wollte und die Vermieterin, die im Auftrag der spanischen Eigentümer handelte, nicht wirklich beeindruckte.  Auch der völlig verdreckte Backofen störte uns ungemein, obwohl wir das erst zwei Tage vor Abreise feststellten, weil wir in der Küche nur Frühstück bereiteten, wofür wir allerdings erst mal alles Geschirr abwaschen mussten, das ebenfalls nicht sauber gewesen war. Für mich als Schwäbin und Sauberkeitsfanatikerin war diese Wohnung eine echte Prüfung und eigentlich war ich drauf und dran einen kompletten Putztag einzulegen, was aber mein Reisebegleiter zu verhindern wusste.

Letztendlich forderten wir den Endreinigungspreis zurück. Schließlich hatten wir die Wohnung dreckig übernommen und stichhaltige Fotos übermittelt.

Etwas Gutes hatte diese Wohnung aber doch.  Wir wohnten in Punta Brava, also außerhalb von Puerto de la Cruz, entdeckten kleine Restaurants direkt am Meer mit nur wenigen Tischen und ganz frischem Fisch, genossen die kanarische Küche und die Gastfreundschaft der Wirte. Nur ganz wenige Touristen verirrten sich hierher, was wir als sehr angenehm enpfanden.  Auch als Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge war die Wohnung bestens geeignet.

Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Es regnete mehrere Male sehr heftig, was für die Kanaren etwas außergewöhnlich ist, aber als an einem Tag der Himmel völlig wolkenlos war morgens, ergriffen wir sofort die Gelegenheit, den TEIDE zu „erstürmen“ – na ja, zugegeben, wir beschränkten wir uns auf die Gondel, die die Besucher auf den 3717 Meter hohen Teide bringt. Eine Schreckensminute gab es noch, denn kurz vor dem Einstieg lasen wir noch auf einem Schild, dass Herzkranke lieber unten bleiben sollten. Mein Herzallerliebster wurde dann doch ganz weiß um die Nase und hatte ein wenig Angst um seine Stents, die seiner Meinung nach vielleicht „dort oben“ hätten rausfliegen können, aber es gab nun mal kein Zurück mehr.  Denn wir wollen ja auch weiterhin etwas erleben.

Wie heißt es so schön:

Nicht dem Leben mehr Jahre geben, sondern den Jahren mehr Leben!

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Fantastischer Ausblick vom Teide

Oben angekommen genossen wir dann auch den grandiosen Ausblick in den Krater, den Atlantik, die Wolken und das tolle Gefühl auf dem höchsten Berg Spaniens und dem  dritthöchsten Inselvulkan der Erde zu stehen.Weitere Katastrophen blieben uns erspart, auch der Rückflug verlief völlig ruhig und unspektakulär.

Und nun nach drei Jahren machen wir noch einmal Urlaub auf Teneriffa, nachdem wir die Insel drei Jahre gemieden haben und werden Ausflüge, die aufgrund des Wetters oder aus Zeitmangel nicht möglich waren nachholen, endlich mal in ruhigerem Wasser schwimmen, die angenehmen Temperaturen genießen.  Wir haben dieses Mal zwei Wochen Zeit, wohnen im 4* Hotel, werden in hoffentlich himmlisch gut schlafen, eine saubere Unterkunft haben und wir reisen im September, so dass das Wetter dieses Mal wesentlich ruhiger sein müsste.

Teneriffa 2015 steht hoffentlich unter einem besseren Stern. Abflug am 13. –  ich sehe das einfach mal als gutes Omen und Glückzahl!


14 Gedanken zu “Teneriffa und andere Katastrophen: Rückblick 2012

  1. Hola Sigrid,

    da muss ich doch mal eine Lanze für diese Gestelle brechen….ja, sie sind hier wirklich „normal“…aaaaber (ja, ein dickes Aber!) dann müssen schon sehr gute Matratzen darauf gelegt werden um einen Schlafkomfort zu bieten. In dem Fall rutschen sie dann auch nicht mehr weil sie einfach schwer sind, nicht zu vergessen auch ein Matratzenschoner. Finde ich persönlich Pflicht 😉 Mit der Sauberkeit geht natürlich gar nicht, sowas muss einfach auch bei Privatvermietungen Pflicht sein, aber auch hier ist es tatsächlich so das es einige Bewohner nicht so „eng“ sehen. Wenn es dann nämlich sauber ist dann sieht man auch ob dieser unangenehme Flugrost so gut wie möglich entfernt wurde. Das ist hier mit Metall nämlich tatsächlich ein Problem, aber nicht nur da…Holzmöbel müssen zwei Mal im Jahr gestrichen werden, Kunststoffbestuhlung kann sich schnell „verfärben“ usw. ff. Da ist man als Privatvermieter wirklich nicht in der Lage dies alles jährlich neu anzuschaffen. Dennoch kann für Sauberkeit und Pflege gesorgt werden.

    Beim Anfang deines Postes habe ich mir schon fast gedacht dass du in Punta Brava gewohnt hast…und ehrlich, auch für mich wäre es da nix. Ich habe eine gute Freundin die auch direkt erste Linie am Strand wohnt und mich würde dieses ewige Rauschen einfach nervlich kaputt machen. Zudem auch immer diese salzige Luft…neee, also auf Besuch mal hin ist in Ordnung aber mehr auch nicht. Dennoch finde ich Punta Brava auch ein netten kleinen Ortsteil und von dort ist man ja auch schnell zu Fuß in Puerto.

    Bin schon gespannt was ich dann noch alles über den diesjährigen Urlaub lesen werde.

    Saludos y hasta luego

    N☼va

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    1. Schön, dass jemand direkt vor Ort meine Beiträge liest und evtl. auch „korrigieren“ kann. Für mich waren die Erlebnisse ja eine Momentaufnahme. Du lebst vor Ort und hast einen ganz anderen Blick auf die Dinge. Schön. Ich werde noch einiges dazu lernen. Saludos a La Guancha y hermoso domingo 😀

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  2. Der Haken ist eigentlich schon gemacht. Wir sind Optimisten! Nur gestern beim Planen fiel mir wieder ein, was eigentlich so alles im Laufe des Jahres 2012 so alles passiert ist. Andererseits beim Lesen bin ich auch ein wenig erstaunt, was wir trotz Infarkt alles durchgezogen haben – vor allem ER! Viel „Schonzeit“ hatte er ja nun wirklich nicht 😉 Ich muss aber auch hinzufügen, dass ich 2013 im Juni eine Kniearthroskopie hatte, weil gerade beim Wandern die Schmerzen immer größer wurden. Und nur 3 Monate später im Sept. 13 haben wir 12 Tage Wanderurlaub in Südtirol durchgezogen, der auch längst gebucht war. Da habe ich auch die Zähne zusammen gebissen 😀 und ich bin froh, dass wir nicht abgesagt haben!
    Ich wünsche dir eine schöne Woche und übrigens Gratulation, dass trotz Urlaub die Waage ein Minus angezeigt hat. Ist doch toll!!!!

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  3. Ich drücke euch ganz fest die Daumen, das ihr am Samstag ein schönes, sauberes und gepflegtes Domizil bezieht, das das Wetter euch gnädig ist und alles zu eurer Zufriedenheit verläuft..

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  4. Meine Reisen waren dieses Jahr fast durchweg unterste Schiene. Nächstes Jahr muss es wieder besser werden.

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    1. Oh, das ist aber schade. Aber manchmal ist das einfach so und man muss das „Kapitel“ beenden. Das habe ich mit meinem Rückblick auch gemacht! Immer nach vorne blicken und die Schatten hinter sich lasssen!

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