Radtour: Rund um Schloss Nordkirchen – dem westfälischen „Versailles“

Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.
Vincent van Gogh (1853 – 1890)

Radeln im südlichen Münsterland – 11. Juli 15

Wenn man also wie wir die nähere und auch weitere Umgebung von Dortmund ausführlich mit dem Rad erkundet hat, den zieht es ins Umland und am Samstag bot sich eine Radtour im südlichen Münsterland an, das schon ca. 25 km nördlich von Dortmund anfängt.  Also die Räder auf den Heckträger gepackt und los geht’s. Das Wetter schaut super aus und die Temperaturen sollen unter 30 Grad bleiben.

Die Tour haben wir der Webseite  Tourismus-südliches Münsterland entnommen und uns die gps-Daten auf unsere App OsmAnd geladen, damit wir uns vom Smartphone den Weg weisen lassen können.

Als  Startpunkt wählen wir allerdings das kleine Städtchen Werne mit seinem Kapuzinerkloster  und einer lebendigen Innenstadt, denn Werne liegt Dortmund viel näher als Nordkirchen und Rundtouren kann man von jedem Punkt aus starten.

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Scöne gemütliche Plätze zum Ausruhen gibt es in Werne

Los geht es um 12 Uhr  erst mal mitten durch die Stadtmitte Werne. Allerdings verfransen wir uns in den engen Gassen und vielen kleinen Straßen und von der grellen Sonne geblendet, nützt uns erst mal auch das Navi nichts, was zu mehreren unverhofften Kehrtwendungen führt, um dann doch endlich aus der Stadt hinaus  über einen sanften Anstieg durch Wiesen und Getreidefelder in ein Waldgebiet zu gelangen, das  in der Nähe der Autobahn liegt wie man ständig am Geräuschpegel hören kann. Trotzdem ist es sehr angenehm dem engen Radweg im Wald zu folgen bis wir schließlich direkt vor Schloss Westerwinkel ankommen, einem sehr schönen Anlage von Wassergräben umgeben, an die ein riesiger Golfplatz angrenzt.  Das Schloss liegt äußerst idyllisch und beherbergt auch eine sehr schöne Gartenwirtschaft und genug Motive, die anscheinend hervorragend geeignet sind für Hochzeitsfotos (jedenfalls findet gerade ein Shooting statt). 

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Wasserschloss Westerwinkel

Auch für mich gibt es viele Fotomotive, z.B. sehr viele schöne alte Eichen, Kastanien und andere alte Bäume, die mich immer wieder faszinieren.

Danach entfernen wir uns mit jedem Kilometer von der nahen Autobahn und radeln  – nur von Vogelgezwitscher begleitet, durch idyllische Dörfer, vorbei an Aussiedlerhöfen, Pferdekoppeln und Kuhweiden bis wir auch ohne GPS den Schildern „Schloss Nordkirchen“ folgen können. Es sind große Höfe mit viel Ackerland und wir müssen an einem Feld warten bis der große Mähdrescher umgerüstet ist, um das Getreide abzuernten. Es gibt kein Durchkommen auf dem schmalen Feldweg.  Bald wird es überall abgeerntete Felder geben und große Strohballen werden auf den Stoppeln auf den Abtransport warten. 

Zunächst aber beginnt der Bauer mit dem Dreschen.  Das staubt vielleicht.  Uns bleibt fast die Luft weg bis wir vorbei geradelt sind.

Immer weiter folgen wir schmalen, asphaltierten Straßen, auf denen das Radeln wirklich viel Spaß macht. Autos begegnen uns nur selten, was äußerst angenehm ist.

Plötzlich stehen wir an einem Eisentor und dahinter beginnt unverkennbar  eine lange Allee, die wohl  direkt auf Schloss Nordkirchen zuführt.   Wow, die  riesige Schlossanlage ist sehr beeindruckend. Wir staunen nicht schlecht und verstehen auch sofort den Vergleich mit „Versailles“.  Auch die vielen Hochzeitsgäste fallen auf und eine  lange Stretchlimousine, die auf eine der vielen Hochzeitspaare wartet, die in der Kapelle des Schlosses heute heiraten und anschließend im Park Hochzeitsfotos „schießen“, wofür sich die „Venusinsel“ besonders eignet.

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Blick von unserem Rastplatz am Wassergraben auf das Schloss

Schloss Nordkirchen ist eine äußerst imposante  barocke Schlossanlage, die heute dem Land NRW gehört und von der UNESCO als schützenswert eingestuft wurde.  Das Schloss beherbergt heute ein Ausbildungszentrum für Finanzwirte des mittleren und höheren Dienstes.

Im Park kann man sich stundenlang aufhalten und immer Neues entdecken. Er ist wunderschön angelegt und die vielen Alleen spenden im Sommer herrlichen Schatten. Man muss es selbst gesehen haben, denn Fotos können immer nur Ausschnitte zeigen, deshalb hier ein Foto aus dem Internet.

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(c) Copyright: http://www.holidaycheck.de

Wer sich für die wechselvolle Geschichte interessiert, kann sich  bei Wikipedia ausführlich informieren.

Auf dem Rückweg bekommen wir nun doch noch die fast vom wolkenlos scheinende Sonne auf der Haut zu spüren, denn nun schützt uns kein Wald mehr. Allerdings haben wir vorgesorgt mit LSF 30 und UVA und UVB Schutz. Ein lästiger Sonnenbrand ist also ausgeschlossen. Die Route führt durch wogende Getreide- oder Maisfelder und wir begegnen nur sehr wenigen weiteren Radfahrern, dafür aber vielen Pferden.

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Als wir wieder in Werne bei unserem Auto ankommen, entschließen wir uns, die Radtasche und den Korb im Auto zu lassen und eine Eisdiele zu suchen in Werne, was uns selbstverständlich auch gelingt. Mit einem Spagetti-Eis „Tutti Frutti“ und „Kiwi“ belohnen wir uns  – schön im Schatten sitzend –  für knapp 48 Kilometer, die wir in ca. 3,5 Stunden reiner Fahrzeit geschafft haben.  

Gegen 18 Uhr sind wir wohlbehalten wieder zu Hause und freuen uns auf eine Dusche, die uns vom Staub und klebrigem Sonnenschutzmittel befreit.

Heute haben wir mal wieder viele schöne Entdeckungen gemacht  und sogar von einem Bauernhof noch eine leckere „Rhabarber-Orangen-Walnuss“ – Marmelade mitgebracht. 

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Alleine unterwegs in der Natur – schön!
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Dann bis zum nächsten Mal  – Eure Sigrid

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Text und Fotos:

(c) Copyright (sofern nicht anders angegeben): Sigrid Minkenberg

Dortmund, Juli 2015


6 Gedanken zu “Radtour: Rund um Schloss Nordkirchen – dem westfälischen „Versailles“

  1. 48 Kilometer sind eine Hausnummer. Ihr wohnt aber auch wirklich schön in und um euer Dortmund. Ich werde mich wirklich zusammen reißen und öfters aufs Fahrrad sitzen, denn wenn ich deinen Bericht so lese, entgeht mir doch einiges.

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    1. Aber alleine würde ich nicht radeln. Mein „Schatz“ ist ein Radlfreak und ich mach ihm die größte Freude, wenn wir Touren aussuchen. Ist auch oft recht anstrengend, aber letztendlich fühlt man sich zum Schluss immer sehr gut. Die Tour war aber auch wirklich sehr schön. Wir recherchieren auch viel im Internet, um schöne Touren zu finden. Aber um Mainz rum gibt es sicher auch wunderschöne Radtouren. Da bin ich ganz sicher 😀

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      1. Meiner ist auch ein Radlfreak, er fährt häufiger alleine große Touren. Ich kann mit ihm nicht mithalten und will ihn auch nicht bremsen. der Fährt mal kurz 30 km in einer Stunde. 🙂 wir fahren hier schon mal kleiner Strecken in und um Mainz, aber der Taunus soll ja auch recht schön sein. Ich habs mal im Hinterkopf, eins nach dem anderen. No ned huddla 🙂

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      2. Genau! Meiner ist letztens zum Möhnesee und zurück – 90 km. Da bin ich mal brav zu Hause geblieben, aber er fährt auch öfter mal abends schnell 35 km – als kleine Abendtour. Nächstens will er zum Sorpesee im Sauerland radeln. Dann mal viel Spaß, gell? Ich muss das nicht haben, aber ansonsten hab ich viel Freude an dieser Fortbewegungsart. Hab grade unten im Beitrag noch ein Foto eingefügt – guckst du?

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